03. September 2019, 19:11 Uhr

Eifersucht und Eitelkeit im Gartenzwerg-Idyll

03. September 2019, 19:11 Uhr
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Von Edelgard Halaczinsky

Zwei jubiläumsreife Vorstellungen präsentierte die Theatergruppe Rosbacher Rambelichter anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens am Wochenende ihren Fans. Mit ihrem neuesten Stück »Dreimal schwarzer Kater« von Heidi Mager begeisterte das Ensemble sein Publikum mit gekonnt eingeflochtenen Seitenhieben und ließ in seinem heiteren Stück erkennen, wie viel Fantasie nötig ist, wenn ein gut nachbarschaftliches Verhältnis ins Wanken gerät und wieder gerettet werden muss. Eifersucht und Eitelkeit zählten ebenso zu den würzigen Zutaten. Da ist die Ehefrau Brigitte (Jutta Köbel-Käding), die mit ihrem ausgeglichenen Wesen den Drang hat, die Welt zu verbessern, während ihr gutmütiger, aber etwas naiver Mann Robert (Georg Tiedeken) sich mit der Frage herumplagt, ob der Yoga-Lehrer seiner Gattin ihm den Wind aus den Segeln nehmen könnte, und sieht den sicheren Hafen seiner Ehe in Gefahr. Beide Mimen bringen mehrjährige Erfahrung als Laienschauspieler mit und gaben den von ihnen gespielten Charakteren mit viel Fingerspitzengefühl ein Gesicht.

Wer hat den Kater überfahren?

Turbulenzen waren auch im Nachbarhaus bei Familie Schobel zu erkennen. Ehemann Reinhard (Claudia Willitsch) und seine Gemahlin Claudia (Daniela Fischer) gehen genau wie Brigitte und Robert hobbymäßig getrennte Wege: Sie kümmert sich - teils aus Frust - rührend um den Hauskater Peter, er wendet sich zusammen mit Robert seiner Gartenzwergsammlung zu. Und wenn dann noch eine hübsche Arbeitskollegin der beiden Männer auftaucht (Pia Michalik), dann wird es für beide Nachbarinnen höchste Zeit, sich mal kräftig aufzubrezeln und ihre Ehemänner auf ihre weiblichen Reize aufmerksam zu machen. Ein köstliches Intermezzo in der Gartenzwerg-Idylle, das von beiden Schauspielerinnen überzeugend herübergebracht wurde.

Nicht weniger Aufmerksamkeit forderte die selbst ernannte Künstlerin und Schwester von Reinhard, die aufgedrehte und resolute Doris (Nina Schmegel). Ihre »Kunstwerke« brachten so manchen Zuschauer zum Schmunzeln, lag doch zwischen der eigenen Bewertung und der Einschätzung anderer ein himmelweiter Unterschied. Temperamentvoll und souverän behauptete sich Doris gegen jede Kritik, und es stellte sich die altbekannte Frage: Ist das Kunst oder kann das weg? Wäre da nicht das Problem mit den stets überfüllten Mülltonnen vor den beiden Nachbarhäusern. Hier misslang nicht nur der Versuch, das Kunstwerk klammheimlich verschwinden zu lassen, sondern auch, den versehentlich überfahrenen Kater Peter zu entsorgen. Zum Vergnügen des Publikum verschwand der schwarze Stubentiger mal in dieser und mal in jener Tonne, weil alle ein schlechtes Gewissen hatten und glaubten, sie hätten ihn überfahren und müssten etwas vertuschen. Die Lösung kam zum Schluss: Lina, die Freundin von Schobels Sohn Oliver (Paul Schmegel), hat als Führerschein-Neuling versehentlich den Kater überrollt. »Die Wahrheit hat viele Gesichter«, lautete das Fazit, bei dem Lina (Mathilda Willitsch) ihre Schuld an Peterchens Tod zugibt.

Das spritzige und witzige Theaterstück sorgte durch alle drei Akte hindurch für Kurzweil und verdiente Aufmerksamkeit. Es fand seinen Höhepunkt in dem Jubiläumsfeuerwerk zum Abschluss. Am Sonntag gab es mit Kindertheater und einem Kindertag weitere Highlights.



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