16. Januar 2018, 19:00 Uhr

Ehrenamt

Ehrenamtliches Engagement ist keine Frage des Alters

Erstmals sind drei junge Männer mit dem Ehrenamtspreis der Gemeinde Ober-Mörlen ausgezeichnet worden – für jahrelange Arbeit im Nachwuchs des Naturschutz.
16. Januar 2018, 19:00 Uhr
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Von Annette Hausmanns
Den Ehrenamtspreis für die Ober-Mörler Naturschutzjugend, vertreten durch (v. l.) Nils Franke und Kevin Knapp, überreichen Bürgermeister Jörg Wetzstein (2.v. r.) und Parlamentsvorsitzender Gottlieb Burk. (Foto: Hausmanns)

»Ob sich jemand ehrenamtlich engagiert, ist keine Frage des Alters«, sagt Gottlieb Burk unter Beifall im Dorfgemeinschaftshaus. Gleich wird der Laudator in seiner Funktion als Vorsitzender der Gemeindevertretung zusammen mit Bürgermeister Jörg Wetzstein den Ehrenamtspreis der Gemeinde erstmals an drei junge Männer verleihen: Nils Franke, Kevin Knapp und Steffen König leiten seit vielen Jahren die Kinder- und Jugendgruppe des NABU Ober-Mörlen.

Dagmar Hoffmann verzaubert die Gäste beim Neujahrsempfang im Dorfgemeinschaftshaus mit ihr...

Das Engagement des NAJU-Leitungstrios stehe stellvertretend für die vielen jungen Menschen, die sich in der Gemeinde ehrenamtlich einbringen, erklärte Burk am vergangenen Freitag beim traditionellen Neujahrsempfang der Gemeinde mit Vertretern aus Vereinen, Politik, Kirche und Wirtschaft. Bislang seien meist »Lebenswerke« gewürdigt worden. Bezaubernde Akzente verlieh die Bad Nauheimerin Dagmar Hoffmann dem besonderen Abend an ihrer »Tiroler Volksharfe« mit musikalischen Bildern aus der eigenen Feder.

 

 

Dorfgemeinschaft bereichern, Zusammenhalt stärken, Zukunft gestalten

 

Mitten in der »Rush Hour« ihres Lebens«, engagierten sich im Dorf junge Leute »mit großer Ausdauer und in unterschiedlichen Bereichen«, unterstrich Burk, im Sportverein, in kirchlichen oder karitativen Gruppen ebenso wie in Karneval, Politik oder Naturschutz. Jeder beteilige sich mit zusätzlichem Aufwand an Geist, Kraft, Initiativen, Ideen und Lebenszeit. »Davor habe ich einen Riesenrespekt und danke Ihnen von ganzem Herzen im Namen der Gemeinde«, wandte sich der Laudator an die Naturschützer.

Menschen wie diese drei 25-Jährigen bereicherten die Dorfgemeinschaft, stärkten den Zusammenhalt und gestalteten Zukunft. »Sie vertrauen auf die eigenen Kräfte und wenden sich anderen zu, mit Interesse und Empathie.« Diese Haltung des selbstbewussten Bürgers sei es, »die unsere Demokratie zum Blühen bringt«, sagte Burk. Die Naturschutzjugend wolle spielerisch an die Natur heranführen und gemeinsam erleben, dass man »durch eigenes Handeln Natur nachhaltig verbessern kann«.

 

 

Hier wird Natur für Jugendliche hautnah erlebbar

 

Ihren Dank für die Auszeichnung und für ihre prägenden »Lehrjahre« bei Gudrun Radermacher verbanden Kevin Knapp und Nils Franke auch im Namen ihres verreisten Weggefährten Steffen König mit einer kurzen bebilderten Reise durchs Naturschützerjahr. Bei den Treffs der rund 20-köpfigen Jugendgruppe wird Natur hautnah erkundet, gefördert oder gesäubert. Der Nachwuchs baut Nistkästen und stellt Sitzstangen für Bussarde auf, untersucht Gewässer, keltert Obst oder richtet Futterstellen ein. Die Kinder und Jugendlichen verbringen Wochenenden beim Zelten in Mutter Natur, sind als Mülljäger unterwegs oder beteiligen sich an den Ferienspielen, am Dorffest und beim Adventsmarkt.

Ohne ehrenamtliches Engagement könnten viele Leistungen für die Gemeinschaft nicht erbracht werden, unterstrich Bürgermeister Jörg Wetzstein. »Einmal im Jahr tritt ans Licht der Öffentlichkeit, was sonst meist im Verborgenen blüht.« Der bürgerschaftliche Gedanke sei in der Gemeinde fest verankert, freute sich Wetzstein.

 

 

Ehrenamt braucht aber auch Geld

 

Eine starke Gemeinschaft brauche darüber hinaus Menschen, die sie »durch ihre persönlichen Leistungen mit der notwendigen Kapitaldecke ausstatten«, ergänzte Wetzstein. Als Vertreter der örtlichen Wirtschaft stellte Christian Gebler seine 1996 gegründete Firma »Any Case« vor. In den umgebauten Räumen der ehemaligen Disko an der Hasselhecker Straße werden maßangefertigte Spezialkoffer gebaut – als Transportschutz oder Präsentationsfläche für sensible, hochwertige oder sperrige Gegenstände wie sie etwa im Motorsport, auf Messen, in der Licht-, Ton- oder Messtechnik gebraucht werden.

Info

Die bisherigen Preisträger

2004: Eheleute Petra und Oswald Wagner, Musikschule - 2005: Horst Peter - 2006: Willi Liebert, Gesangverein Liederkranz 2007: Waltraud Neisel, Bücherei - 2008: Michael Thielmann, SVO - 2009: Beate Legat, katholische Bücherei, und Marie Wagner, Gesangverein Liederkranz - 2010: Günther Rühl (MCC) und Manfred Seipel (KG) - 2011: Klaus Müller, Schutz der Usa - 2012: Maximilian Burk, Naturschutz - 2013: Kurt Rupp, Heimatforschung - 2014: Waldemar Selzer, Turnverein, und Heinz Fritz, Tennisclub - 2015: Christina Herr, Heldin des Alltags - 2016: Andreas Stecher, Feuerwehr, und Helmut Wittmann, DRK - 2017: Jürgen Geck, Dorffest



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