27. August 2019, 14:00 Uhr

Bei Selbsthilfemeile

Ehrenamtliche verärgert über Parkgebührenpflicht

Die Selbsthilfemeile des Wetteraukreises in Bad Nauheim ist auf viel positive Resonanz gestoßen. Manche Teilnehmer haben allerdings einen Kritikpunkt ausgemacht.
27. August 2019, 14:00 Uhr
Ehrenamtliche wie Ewald und Ulrike Gutberlet (r.) haben ihr Auto bei der Selbsthilfemeile direkt am Stand parken dürfen.

Selbsthilfemeile und Elvis-Festival am selben Tag in der Innenstadt - kann das gut gehen? Offenbar waren die Reaktionen überwiegend positiv. Das berichtete Erster Stadtrat Peter Krank in der jüngsten Kulturausschusssitzung. Die Standbetreiber seien mit dem neuen Veranstaltungsort an der Parkstraße und dem parallel veranstalteten Festival zufrieden gewesen - beides habe mehr Besucher gebracht. Ein Kritikpunkt gibt es aber doch, wie das Beispiel von Doris Grünbein aus Friedberg zeigt, die sich im Arbeitskreis Demenz Wetterau und im Café Care engagiert.

Die Seniorin ärgert sich, weil sie an diesem Samstag Parkgebühren für mehrere Stunden zahlen musste. Wie Doris Grünbein sagt, betonten Politiker stets die große Bedeutung des Ehrenamts. Auch Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß habe sich zum Abschluss eines Kurses für Senioren- und Demenzbegleiter entsprechend geäußert. »Die Worte des Lobes für das Engagement im Ehrenamt klingen mir noch in den Ohren«, schreibt Doris Grünbein. Bei der Selbsthilfemeile des Wetteraukreises sei davon allerdings keine Rede gewesen. »Die Stadt Bad Nauheim warf diesen so engagierten Menschen, die ihre Freizeit opfern, Steine in den Weg, da die Parkplätze kostenpflichtig waren.«

Viele Autos, wenig Platz

Nach Angaben der Friedbergerin waren am Stand des Arbeitskreises Demenz sechs Helfer aktiv. Die Stadt habe zwar erlaubt, Autos ausnahmsweise direkt am Stand auf dem Kiesweg zu parken, der Platz habe aber bei Weitem nicht ausgereicht. »Dort konnte nur ein Fahrzeug abgestellt werden, die anderen fünf Ehrenamtlichen mussten sich gebührenpflichtige Stellplätze suchen«, berichtet Doris Grünbein. Die Helfer seien bis zu sieben Stunden vor Ort gewesen, dabei kämen einige Euro an Gebühren zusammen. Das Ordnungsamt habe ständig kontrolliert. Fazit der Friedbergerin: »Toll, da füllt sich die Stadt die Geldsäckel mit dem Engagement der Ehrenamtlichen.« Schon bei der Selbsthilfemeile 2018 hätten Standbetreuer Parkgebühren zahlen müssen. Doris Grünbein schlägt vor, den Helfern Info-Zettel auszuhändigen, die sie hinter ihre Windschutzscheibe legen können. Hipos sollen daraus entnehmen können, dass der Fahrer dieses Autos an diesem Tag von den Parkgebühren befreit ist.

Laut Erstem Stadtrat Krank hat an diesem Tag eine sehr große Stellplatznachfrage geherrscht. Deshalb hätten die Standbetreiber ihre Fahrzeuge zwischen den Bäumen abstellen dürfen. »Darüber wurden alle Teilnehmer unterrichtet. An den meisten Ständen war Platz für zwei Autos. Das sollte ausreichen.« Weitere Beschwerden über diese Regelung sind Krank nicht zu Ohren gekommen. Im Gegenteil: Viele Teilnehmer seien erfreut gewesen, weil sie sich nach dem Aufbau nicht erst einen Stellplatz für ihr Auto hätten suchen müssen.

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