04. Oktober 2018, 12:00 Uhr

Großes Bauprojekt

Ehemaliges Balneologisches Institut: Zukunftsmusik auf der Baustelle in Bad Nauheim

Die Musikschule an der Rotdornstraße in Bad Nauheim macht Platz für die Außenstelle der Stadtschule an der Wilhelmskirche, zieht ins ehemalige Balneologische Institut. Hier gibt es Neues zur Baustelle.
04. Oktober 2018, 12:00 Uhr
Baustelle im ehemaligen Balneologischen Institut am Rande des Sprudelhofs: Im Untergeschoss der künftigen Musikschule soll beispielsweise Schlagzeug gespielt werden, Streicher finden im Obergeschoss Möglichkeiten zum Proben. Im Erdgeschoss werden drei Klavierräume zur Verfügung stehen. (Foto: Nici Merz)

Wie sieht es derzeit im ehemaligen Balneologischen Institut aus? Wie weit ist die Sanierung vorangeschritten? Bürgermeister Klaus Kreß überzeugte sich gemeinsam mit Landrat Jan Weckler, dem städtischen Fachbereichsleiter Jürgen Patscha und dem für das Projekt verantwortlichen Architekten Christian Möller vom Fortschritt der Bauarbeiten in den künftigen Räumen der Musikschule Bad Nauheim am Rande des Sprudelhofs. Die Bildungseinrichtung muss ihre aktuelle Unterkunft in der Rotdornstraße verlassen, um für die Erweiterung der dort ansässigen Außenstelle der Stadtschule an der Wilhelmskirche Platz zu schaffen. Steigende Schülerzahlen in Bad Nauheim sind der Grund dafür. Laut Pressemitteilung aus der Stadtverwaltung kann die Musikschule im kommenden Jahr in das ehemalige Balneologische Institut einziehen.

 

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Beim Rundgang durch das ehemalige Balneologische Institut machen sich (v. l.) Jürgen Patsc...

 

Begrüßt wurde die Gruppe beim Betreten des Gebäudes von Presslufthammer-Geräuschen und einem regen Treiben der Mitarbeiter des Abbruchunternehmens. Die Räume der ehemaligen Balneologie, die 1929 als wissenschaftliches Institut der Universität Gießen erbaut worden sind, sind über drei Geschosse in zwei Flügeln L-förmig angeordnet. 1989 wurde der Komplex in ein Institutsgebäude für klinische Forschungen der Max-Planck-Gesellschaft umgestaltet, bevor es unter anderem von der damaligen Landesgartenschau 2010 GmbH und von privaten Mietern genutzt wurde. Das denkmalgeschützte Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 1100 Quadratmetern befindet sich derzeit von innen im Rohbauzustand. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden Abbruch-, Entsorgungs- und Schadstoffsanierungsarbeiten erledigt. Das ehemalige Institut wurde und wird komplett entkernt, Wände wurden abgebrochen, um genug Platz für die Übungsräume zu schaffen, und andere hochgezogen, um nicht benötigte Öffnungen zu verschließen. Wegen der vorgesehenen Nutzung des Untergeschosses für Probenräume werden Trockenlegung und Abdichtung der durchfeuchteten Böden und Wände notwendig. Die historischen Fenster werden nach ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild aufgearbeitet oder ausgetauscht und das Dach neu gedämmt.

 

22 Probenräume

Parallel zu den Abbruch- und Rohbauarbeiten werden gerade die Installationsarbeiten für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro vorbereitet. Der letzte Schritt, der Innenausbau, umfasst unter anderem umfangreiche Maßnahmen zu Schallschutz und Akustik. »Eine von vielen Herausforderungen stellte die erforderliche Ertüchtigung der Geschossdecken über dem Erdgeschoss dar, die aufgrund der statischen Anforderungen nötig wurde. Die neuen, massiven Stahlträger mussten dabei sehr vorsichtig in die vorhandene historische Bausubstanz und zwischen den erhaltenswerten Fenstern eingezogen werden. Kein einfaches Unterfangen, wenn keine Beschädigungen auftreten dürfen«, erklärte Patscha beim Rundgang. Neben 22 Probenräumen werden auch sogenannte Elementarräume geschaffen, die für die frühkindliche Musikerziehung gedacht sind. Die Räume für lautere Instrumente wie Schlagzeuge oder für die Blechbläser werden im Untergeschoss angeordnet, die für die leiseren wie Streicher oder Blockflöten im Obergeschoss. Drei Klavierräume werden im Erdgeschoss Platz finden, zwischen den Verwaltungs- und Elementarräumen.

 

Ensemble- und Konzertsaal

Ein repräsentativer Ensemble- und Konzertsaal mit Bühne und Platz für rund 140 Personen im Obergeschoss ergänzt das Raumprogramm. »Hier war der ehemalige Hörsaal zu finden, das Schmuckstück des repräsentativen Hauses. Er wird nach historischem Vorbild mit seiner edlen Holzvertäfelung rekonstruiert. Bei allen Schritten stehen wir immer in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde«, erklärte Kreß.

»Hier profitieren Stadt und Kreis gleichermaßen. Die steigenden Schülerzahlen in Bad Nauheim werden über die Erweiterung der Räumlichkeiten in der Außenstelle Rotdornstraße der Stadtschule gut aufgefangen. Eltern und Kinder haben Verlässlichkeit über den Schulstandort, längere Übergangszeiten mit Auslagerungen von Bad Nauheimer Schülerinnen und Schülern an andere Standorte können vermieden werden. Und schließlich gewinnt auch die Bad Nauheimer Musikschule durch künftig sehr repräsentative Räumlichkeiten in historischem Ambiente«, zeigt sich Landrat Weckler erfreut.

Info

Das sind die Kosten

Die Gesamtkosten für Umbau und Sanierung betragen 3,15 Millionen Euro. Die Stadt investiert in das Projekt 2,15 Millionen Euro, der Wetteraukreis als Schulträger leistet – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Kreistag im Oktober – einen Zuschuss von einer Million Euro im Zusammenhang mit den frei werdenden Räumen am Schulstandort in der Rotdornstraße.

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