08. Februar 2019, 19:30 Uhr

Durch den Raum schwebt ein Ooommm

08. Februar 2019, 19:30 Uhr
Die richtige Haltung ist wichtig: Wirbelsäule gerade, Knie auf den Boden, das rechte Bein vor dem Linken, das Kinn eingezogen. So sieht die Meditation aus. (Foto: pv)

Altenstadt/Gießen (pm). Was bedeutet es, Buddhist zu sein? Bei einer Exkursion ins Buddhistische Zentrum Gießen haben rund 40 Oberstufenschüler der Limesschule etwas über den »diamantenen Weg« des Buddhismus erfahren.

In der Gießener Alicenstraße eingetroffen, waren die Schüler überrascht über die Schlichtheit des Gebäudes. Gleich an der Tür wurden sie von Hendrik Hammerla und Sarah Vonstein, zwei langjährig praktizierende Buddhisten, empfangen. Beide trugen Jeans und Pullover – und straften viele Klischees über den Buddhismus Lügen.

Grillwürstchen und Alkohol

»Wir grillen auch Würstchen und trinken Alkohol«, sagte Hammerla. Niemand trage Roben oder müsse sich in ein Kloster zurückziehen. Im Gegenteil: Alle Mitglieder seien frei, zu kommen oder zu gehen. Das Zentrum gehört zur Karma-Kagyü-Tradition (gesprochen: Kadschü) des tibetischen Buddhismus, die im 11. Jahrhundert gegründet wurde und heute unter deutschen Buddhisten die am meisten verbreitete Richtung darstellt. Rund 40 Menschen sind dort regelmäßig zu Gast und meditieren nach den Lehren Buddhas. Finanziert wird es durch die Mitglieder selbst.

Die Gastgeber verstanden es gut, ihren Zuhörern die komplexen Zusammenhänge einfach und anschaulich nahezubringen. Der Kern des Buddhismus bestehe in der Überzeugung, dass alle Menschen die Eigenschaften Buddhas – die Buddha-Natur – in sich tragen. Es gehe darum, sich auf der Grundlage von Selbstverantwortung zu entwickeln, um nützlicher für andere Menschen zu werden, erklärte Vonstein.

Auf Wunsch der Gruppe gab Hammerla auch einen Einblick in die buddhistische Meditation und leitete für die Schüler eine meditative Übung an. »Die richtige Haltung ist wichtig«, erläuterte er. »Wirbelsäule gerade, Knie auf den Boden, das rechte Bein vor dem Linken, das Kinn eingezogen.« Und irgendwann sagte Hammerla den Satz, der dann doch alle Vorstellungen erfüllte, die man landläufig vom Buddhismus hat: »Durch den Raum schwebt die Silbe Ooommm«.

Zum Abschluss reflektierten die Schüler den Tag zusammen mit Schulpfarrer Jörg Oeding, der die Fahrt organisiert hatte.

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