25. September 2019, 19:38 Uhr

Drei Werke - eine Ausstellung

25. September 2019, 19:38 Uhr

Innenwelten, Visionen, literarische Zitate oder absurder Humor: Seit 1981 arbeitet der Zeichner und Collage-Künstler Horst Haack an seinem Hauptwerk »Chronographie Terrestre (Work in Progress)«. Erstmals präsentiert Haack seine architektonische Installation nun in der Galerie der Trinkkuranlage. Eröffnet wird die Ausstellung mit dem Titel »Kronografie Zweitausend« am morgigen Freitag um 19 Uhr.

Unter den zeitgenössischen Künstlern nimmt Horst Haack mit seinen Arbeiten eine Sonderstellung ein. Dass er nun erstmals in der Galerie der Trinkkuranlage zu Gast ist, erfreut den Kunstverein Bad Nauheim sehr. Aufmerksam wurde Haack auf die Galerie bereits durch seine Ehefrau, die Künstlerin Vera Röhm, die vor einigen Jahren in der Galerie ausstellte. Ebenso pflegt Haack schon seit vielen Jahren den Kontakt zu Christian Thiel, dem früheren Vorstandmitglied des Kunstvereins. Ihm und den intensiven Bemühungen des Vereinsvorstandes, insbesondere der Arbeit von Johannes Lenz, sei es nun zu verdanken, Horst Haack für Bad Nauheim gewonnen zu haben.

Auf 4860 Einzelblättern

Neben dem Kubus mit Originalarbeiten zeigt Horst Haack in Bad Nauheim vergrößerte Drucke aus zwei weiteren Zyklen: »Apokalypse« nach der Offenbarung des Johannes und die »Nachricht aus dem Toten Trakt«, in dem sich der Künstler mit einem Brief aus der Haft von Ulrike Meinhof auseinandersetzt. »Eine Herausforderung, alle drei Werke hier in den Räumlichkeiten zu präsentieren«, wie Karin Merchel, 2. Vorsitzende des Kunstvereins, erklärt. Welchen Herausforderungen sich alle Beteiligten stellen, wird beim Betreten der Galerie gleich sichtbar. Betritt man die Rotunde, so fällt der Blick direkt auf das Kernstück der Ausstellung, eine Installation aus drei ineinandergestellten Kuben in labyrinthischer Anordnung, deren zwölf Wände beidseitig mit 162 Tafeln und 4860 Originaleinzelblättern bestückt sind. Seit 38 Jahren füllt Horst Haack diese mit Zeichnungen, Bildern, Abklatschen, Zeitungsschnipseln, Typografischem, Gemaltem und Texten. Die Texte, allesamt in Schreibschrift gut lesbar, stecken zugleich auch voller Geheimnisse. Mit ihnen drückt Haack seine Empfindungen aus. Es sind eigene Gedanken, Betrachtungen und Erinnerungen, oder auch gewaltige Zitate aus allen möglichen Formen von Literatur, die der Künstler auf großen hochformatigen Tafel montiert hat. Jeweils 30 Blätter repräsentieren einen Monat. Die Kuben bilden dazu Räume im Raum, in denen die Betrachter eingeschlossen werden. Diese Dreidimensionalität verstärkt die Wirkung des Kunstwerkes und schafft den Raum für eine intensive inhaltliche Auseinandersetzung.

Das Thema »Apokalypse« nimmt den zweiten großen Raum der Galerie ein. Das Werk nimmt den entsprechenden Bibeltext zum Ausgangspunkt und gestaltet die sich daraus entwickelnden Wechselbeziehungen. Wie bei seinen anderen Zyklen werden Skizzen zu Serien. Intensiv hat sich Haack mit den 22 Kapiteln der Bibel auseinandergesetzt.

Im hinteren Raum befindet sich auf zehn großen Tafeln die »Nachricht aus dem Toten Trakt«, in dem sich der Künstler mit einem Brief aus der Haft von Ulrike Meinhof befasst hat.

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