19. Juli 2018, 08:00 Uhr

Tierfotografie

Die natürlichsten Models der Welt

Tiere sind nicht eitel. Und sie verhalten sich immer natürlich. Auf den Fotos von Petra Baron ist das bestens zu sehen – die Tierfotografin aus Gedern jedenfalls ist begeistert von ihren Models.
19. Juli 2018, 08:00 Uhr
Hundefotos gibt es von Petra Baron einige. Zumal die Tierfotografin selbst Hundebesitzerin ist. Aber sie fotografiert auch viele andere Tiere. Manchmal fährt sie 100 Kilometer für ein gutes Foto. (Fotos: Petra Baron)

Ihre Hündin folgt natürlich aufs Wort, als es darum geht, die Gederner Tierfotografin Petra Baron selbst mit ihrem Haustier zu fotografieren. Ein paar kurze Kommandos, und die Australian-Shepherd-Dame Kiowa nimmt vor der Baumgruppe Platz, lässt zwei Kameras auf sich richten oder kuschelt dekorativ an der Seite ihres Frauchens.

Wie erreicht man eine solche nahezu wortlose Verständigung und Harmonie? Vieles ist auf diesem Gebiet von der gelungenen Kommunikation zwischen Hund und Halter, Pferd und Reiter abhängig. »Und für diese wiederum ist zu allererst der Menschen verantwortlich, nicht etwa das Tier«, sagt Petra Baron. Die gebürtige Bremerin ist mit einem Offenbacher verheiratet, gemeinsam zog das Paar vor 20 Jahren nach Gedern-Steinberg – man wünschte sich für die wachsende Familie mit zwei Kindern, vier Hunden und zwei Reitpferden mehr Raum und mehr Natur zum Durchatmen und zum Leben. »Wir Menschen denken meist, Hund und Pferde müssten in erster Linie unsere Sprache erlernen, unsere Kommandos verstehen und befolgen – viel wichtiger ist es anders herum: Ich muss zunächst die vielfältige Körper- und Lautsprache meines Tieres verstehen und darauf eingehen, ehe ich ihm erfolgreich das Umgekehrte zumuten kann.« Zudem sind Klarheit, Eindeutigkeit, Verlässlichkeit und somit auch Selbstdisziplin vom Halter gefordert, soll sich langfristiges Vertrauen aufbauen und das Gespräch mit Hund oder Pferd gelingen, weiß Petra Baron, die eine professionelle Ausbildung beim Berufsverband der Hundererzieher/innen und Verhaltensberater/innen (BHV) abgelegt hat.

 

Ein Motiv, viele Kilometer

 

Über ihre Natur- und Tierliebe kam die Großstädterin nicht nur aufs Land, sondern auch zur Tierfotografie, wichtige Lehrerin wurde ihr die Fotografin und Buchautorin Nicole Knor aus Friedrichshafen. »Nachdem ich lange Zeit vor allem meine eigenen Hunde und Pferde sowie die Tiere von Freunden fotografiert hatte, begann ich aus eigenem Antrieb, meine Tätigkeit zu professionalisieren, wandte mich ab 2010 endgültig den Themen Digitalfotografie und Bildbearbeitung zu.« Die Besonderheiten der Tierfotografie ließen sie den Rat von Nicole Knor und anderen namhaften Größen in diesem Bereich suchen, zahlreiche Intensivseminare folgten. »Jedes Tier besitzt einen ganz eigenen Charakter, eine individuelle Persönlichkeit, die sich im Umgang mit seinem Halter, mit mir als fremder Fotografin, mit der Kamera und mit der gesamten Situation ausdrückt und die es für mich einzufangen gilt«, berichtet die seit 2015 professionell tätige Tier- und Naturfotografin. Um Hund und Katze, Pferd oder Vogel möglichst entspannt begegnen zu können, nimmt Petra Baron Anfahrtswege von bis zu hundert Kilometern in Kauf, »denn am besten fotografiert sich jedes Tier in seiner vertrauten Umgebung«, sagt Baron, die ihren tierischen Partnern dadurch auch den Stress eines langen Transports erspart.

Und dann geht es schließlich los – in der Wohnung, im Stall, am liebsten aber im Freien und in Aktion. »Das Tier bestimmt Ablauf und Dauer jedes Shootings. Es posiert vor der Kamera nicht wie ein Mensch, sondern verhält sich ganz natürlich. Dieses charakteristische Verhalten fange ich ein – wobei ich von meiner BHV-Ausbildung profitiere, da ich tierische Bewegungen verstehe und in vielerlei Hinsicht auch voraussehen kann.« Mittlerweile besucht sie Kunden im weiten Umkreis um Steinberg, fertigt Action- und Porträtaufnahmen, Collagen und Composings, bearbeitet vorhandene Bilder – gelegentlich auch von verstorbenen Lieblingen – und gestaltet Logos, hat für Vereinszeitungen ebenso gearbeitet wie für das Tierheim Wetterau in Bad Nauheim. Die dortigen Vermittlungstiere ehrenamtlich zu fotografieren, war und ist der überzeugten Tierfreundin ein Herzensanliegen. »Tierfotografie ist ein so weites und so dankbares Feld«, sagt Petra Baron, die zur Weiterbildung auch im Zoo sowie sehr gern auch in freier Natur, zu jeder Jahreszeit und unter den verschiedensten Lichtverhältnissen unterwegs ist. »Meine vierbeinigen Models überraschen und begeistern mich immer wieder mit ihrer Schönheit, ihren wundervollen Bewegungsabläufen, ihrem spontanen Verhalten – und auch in puncto Kamera und Bildbearbeitungen bilde ich mich kontinuierlich fort und werde mit Sicherheit niemals an ein Ende kommen.«

 

Mehr über die Arbeiten von Petra Baron erfährt man im Internet unter www.barons-photos.de

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