26. September 2018, 19:53 Uhr

Die Welt nach Fausts Tod

26. September 2018, 19:53 Uhr

Seine Leidenschaft für die Malerei, für französische Impressionisten, insbesondere Claude Monet, entdeckte der Bad Nauheimer Kurt Schönewolf bereits vor gut 50 Jahren. »Tuschezeichnungen in einer alten Apotheke in Rodheim«, sagt Schönewolf. Bis heute hat er selbst unzählige Kunstwerke gemalt, die nicht nur die heimischen Wände zieren sondern nun auch im Friedberger Burggymnasium einer Öffentlichkeit präsentiert werden. In seiner aktuellen Ausstellung zeigt Schönewolf erstmals einen Zyklus in zwölf Bildern zu Goethes Werk »Faust«. Nun wurde die Ausstellung eröffnet und kann noch bis zum 9. November während der Schulzeiten (außer in den Herbstferien) besucht werden.

Als Lehrer für Deutsch und Politik hat Kurt Schönewolf 24 seiner 38 Berufsjahre in Friedberg unterrichtet. Seine malerischen Fähigkeiten kamen während dieser Zeit der Schule sehr zugute, u.a. gestaltete Schönewolf Kulissen für Musicals, wie Schulleiter Ingo Baumgarten unter anderem lobend erwähnt. Nun wurde ein Konzept entwickelt, welches zugleich bei Kunstinteressierten und Schülern Beachtung findet, eine Bilderausstellung zu Goethes Werk. Sechs der insgesamt zwölf Bilder stellte der Künstler bereits im Jahr 2009 aus. In den vergangenen vier Jahren komplettierte er den Zyklus zu einem beeindruckenden chronologischen Gesamtbild, welches durch angefügte Texte ergänzt wird.

Angefangen von Faust im gotischem Zimmer über das Erscheinen Mephistos im Kostüm des fahrenden Scholaren, Gretchen und Lieschen am Brunnen bis hin zu Faust und Helena, werden die einzelnen Themen, oftmals auch mit kleinen Details, in Szene gesetzt. Entsprechend der Thematik ist das Bild »Faust und Helena« dichotomisch geteilt, im kalten Blau der Norden (Faust), in den warmen Farben die mediterrane Verführbarkeit (Helena). »Mangel, Schuld, Sorge und Not« hingegen werden durch die Erscheinungen der vier grauen Weiber dargestellt, ehe Bild 12 (Am Gestade), die Welt nach Fausts Tod zeigt.

Schon die Eröffnung der Ausstellung stieß auf viel positive Resonanzen. »Die Augustinerschule hat sich bereits mit einem Kurs zu Besuch angemeldet«, freut sich der Künstler. Interessierte Schulklassen sind in der Ausstellung gerne willkommen und könnten sich im Burggymnasium melden.

Adolfsturm bei Nacht

Was das Malen angeht, reichen Kurt Schönewolf Vorlieben weit über die Faust-Motive hinaus. Tages- und Nachzeiten, bevorzugt in Blau, oder auch griechische Mythologien reizen ihn ebenso wie schöne Landschaften, sei es in Paris oder auch in seiner örtlichen Umgebung.

2015 zog er von Friedberg nach Bad Nauheim. So sind in seinem Haus unter den rund 100 Bildern an den Wänden auch Friedberger Silhouetten zu finden. Hunderte von Bildern sind in 50 Jahren entstanden. Der beeindruckende Adolfsturm bei Nacht, gekonnt durch starke Blautöne ins rechte Licht gerückt, fällt ebenso ins Auge, wie der Sprudelhof, den Schönewolf, wie den Großteil seiner Bilder, in Öl auf Leinwand gepinselt oder gespachtelt hat. Manchmal reicht einfach nur ein Blick, den Schönewolf im Garten auf den Stadtwald richtet. Die Bad Nauheimer Parkanlagen im Winter, der Große Teich im Herbst, in den letzten drei Jahren hat der Künstler wahrlich ansprechende Perspektiven der Kurstadt festgehalten. Diese sollte man, wie Goethes Werke, der Öffentlichkeit nicht vorenthalten. (Fotos: cor)

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