30. August 2018, 19:52 Uhr

Die Transparenz der Dinge

30. August 2018, 19:52 Uhr
Mit den blauen, wehenden, halb durchsichtigen Tüchern soll das Wesen der Transparenz verdeutlicht werden. (Foto: Falke)

Ein eher unberauschtes Hindurchscheinen, Farben, die helfen, Wahres zu entdecken. Die Künstlerin Monika Falke schafft in ihren Werken helle, klare, lichte Farbräume. Gemeinsam mit Robert Krainhöfner zeigt sie ihre Werke nun bis zum 7. Oktober in der Ausstellung »Translucide« in der Galerie der Trinkkuranlage. Nun wurde die Ausstellung eröffnet.

So unterschiedlich beide Künstler zu sein scheinen, sie weisen dennoch Gemeinsamkeiten auf: Die Lichtdurchlässigkeit ihrer Werke. Sie sind tranlucide. Die Arbeiten strahlen eine augenfällige Leichtigkeit aus. Monika Falkes und Robert Krainhöfners Werke finden, wenngleich auf verschiedene Weise, den Übergang von der Fläche in den Raum, sei es durch Schichtungen oder Überlagerungen translucider Farbräume.

Durch die Arbeit von Monika Falke geht ein durchgehender Gedanke, nämlich die Idee von Überlagerung und Öffnung, oder umgekehrt gesehen: Verschleierung und Entschleiern. Sei es, dass textile, gleichfarbige Elemente vor- und hintereinander gehängt werden, oder eine Punktestreuung als Radierung sich verdichtet und in flüssiger Malfarbe lasierend sanft gezogene Pinselstriche sich überlagern.

Bezug zur Stadtpolitik

Mittig in der Galerie, das blaue Wehen der halb durchsichtigen Tücher, umgeben von Bildern. »Etwas fast Notwendiges tritt in der Farbmischung aus eher einem zufälligem Zusammentreffen hervor«, beschreibt Laudator Prof. Dr. Bernhard H. F. Taurek die Arbeit von Monika Falke. Das Farbige soll nicht Farbiges zeigen, sondern Wahres entdecken helfen.

Robert Krainhöfner arbeitet vorwiegend mit massivem Material wie Stahlblech und Plexiglas. Bei zahlreichen Arbeiten geht er von einer einfachen geometrischen zweidimensionalen Grundform aus. Durch Schneiden, Falten, Falzen, Biegen entstehen seine dreidimensionalen Objekte, deren zweidimensionalen Ursprung man häufig erst auf den zweiten Blick erkennt.

»Robert Krainhöfner wird allgemein der konkreten Kunst zugeordnet«, sagte Prof. Johannes Peter Hölzinger in der weiteren Einführung. »Konkrete Kunst« sei eine Bezeichnung für »Antifigurative Ästhetik«, die nicht Dingfestes abstrahiert, sondern frei erdachte Strukturen sinnlich erfahrbar mache. Diese Zuordnung sei aber zu kurz gegriffen. Krainhöfner erweitere seine Objekte durch die Dimension des schon Bestehenden.

Bürgermeister Klaus Kreß, der in seiner Begrüßung das Engagement des Kunstvereins Bad Nauheim und die Konzeption der Ausstellung lobte, zog in seiner Ansprache Parallelen zur Politik. »Durchsichtigkeit, oder besser gesagt Transparenz, ist ein Schlüsselbegriff in der politischen Diskussion unserer Zeit geworden«, meinte der Rathauschef. »Auch wir Politiker beschäftigen uns, wie Sie erkennen, fast alltäglich mit dem Problem der Transluzidität.«

Die Ausstellung kann bis Sonntag, 7. Oktober, besucht werden. Geöffnet hat die Galerie dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertage von 11 bis 18 Uhr. Ein Künstlergespräch mit Monika Falke und Robert Krainhöfner wird am Sonntag, 16. September, in der Trinkkuranlage angeboten.

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