12. Juni 2019, 17:00 Uhr

Tierische Helfer

Die Bambi-Retter: Wie eine Bauerfamilie aus Florstadt Hunde zum Schutz von Rehkitzen einsetzt

Die Landwirtschaftsfamilie Lux aus Florstadt sorgt sich nicht nur um Nutz-, sondern auch um Wildtiere. Damit beim Mähen kein Rehkitz stirbt, hat sich die Familie neulich tierische Unterstützung geholt.
12. Juni 2019, 17:00 Uhr

Freitagabend im Mähried von Staden: Dort, wo sonst nur Vögel zwitschern, Kühe mit ihren Kälbern grasen und der Storch Futter für seine Jungen sucht, herrscht heute Hochbetrieb. Am nächsten Morgen sollen die Futterflächen der Lux GbR gemäht werden, und damit dem Mähwerk keine Rehkitze zum Opfer fallen, wollen die Landwirte die Fläche nach den Tieren absuchen. Mit dabei sind auch die Jagdpächter Andreas Winkler und Reiner Zitzer mit zwei weiteren Helfern und den Hunden Aika und Camillo, ebenso die Hunde der Familie Lux.

»Für die Rehkitze ist die Mahd sehr gefährlich«, erklärt Torsten Lux. »Die Rehkitze flüchten bei Gefahr nicht, sondern legen sich im hohen Gras so flach ab, dass sie praktisch unsichtbar sind.« Weil Rehkitze in ihren ersten Lebenswochen auch praktisch geruchlos seien, falle es sogar den gut ausgebildeten Jagdhunden sehr schwer, sie aufzuspüren.

Suche auch von oben

Aus diesem Grund sind nun also sechs Menschen und vier Hunde unterwegs, um die große Fläche gemeinsam abzusuchen. Neben vielen Liegeplätzen von Rehen und zahlreichen Geruchsspuren, die von den Hunden aufgeregt verfolgt wurden, findet Labradorhündin Aika die Spur eines Rehkitzes und zeigt ihrem Hundeführer die Lage des Tieres an. Ausgerüstet mit Schutzhandschuhen und einem großen Grasbüschel, bringt der Jäger das Rehkitz auf eine benachbarte Wiese, die bereits abgeweidet ist. Das Rehkitz muss so angefasst werden, damit es nicht mit dem Menschen in Berührung kommt und dessen Geruch annimmt. Sonst könnte es im schlimmsten Fall sein, dass das Kitz nicht mehr von seiner Mutter angenommen wird.

Unterstützung bekommt der Suchtrupp an diesem Abend sogar noch aus der Luft. In Absprache mit dem Verkehrslandeplatz Reichelsheim kommt auf der Fläche, die sich in der Schutzzone des Flugplatzes befindet, die Drohne von Marty Exner zu Einsatz. Zwar können mit der Drohne keine Rehkitze mehr ausfindig machen. Allerdings flüchten drei Rehe, die beim Durchlaufen nicht bemerkt worden sind, vor dem ungewohnten Flugobjekt. Außerdem werden über Nacht noch Gestelle mit Plastikbeuteln aufgestellt, die im Wind flattern und Geräusche machen, damit die Rehe sich fernhalten.

Gelungene Zusammenarbeit

Am nächsten Morgen um 5 Uhr beginnen die Landwirte mit dem Mähen der Fläche von innen nach außen. Diese Methode lässt einen Weg für die Tiere frei, damit sie in die nahen Wiesen flüchten können. Zum zusätzlichen Schutz der Wildtiere ist das Mähwerk der Lux GbR mit einem »Wildretter« ausgerüstet. Der Piep-Ton, den dieser permanent von sich gibt, soll dabei helfen, die Tiere aus der zu mähenden Fläche zu vertreiben.

Die Gruppe freute sich, dass ihr Einsatz sich gelohnt hat und bei der Futterernte kein Rehkitz zu Schaden kam. Am Ende kam man überein, die gelungene Zusammenarbeit zwischen Landen und Jägern fortzusetzen.

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