19. Februar 2018, 20:17 Uhr

Dialog in Zeiten der Unsicherheit

19. Februar 2018, 20:17 Uhr
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Von Corinna Weigelt
Jaroslav Kaspar (r.) von der Ahmadiyya-Gemeinde begrüßt zum Neujahrsempfang den SPD-Fraktionsvorsitzenden Axel Bertrand (l.), Bürgermeister Klaus Kreß (2. v. l.) und Manfred de Vries (Vorsitzender Jüdische Gemeinde). (Foto: cor)

»Es ist die Pflicht eines Menschen, dass er sich seinen Mitmenschen als nützlich erweist, ungeachtet dessen, welcher Religion sie angehören.« Das ist ein Leitsatz von Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, 5. Kalif der Ahmadiyya Muslim Jamaat. »Als Menschen sollten wir einander verstehen, uns gegenseitig helfen und die gegenseitigen Bedürfnisse verstehen.« Alljährlich lädt die Bad Nauheimer Gemeinde zum Neujahrsempfang ein, um wichtige Impulse zu setzen und für ein besseres Miteinander zu werben. Am Samstag war der Rosensaal Steinfurth Veranstaltungsort. Viele Gäste waren der Einladung zu einem interreligiösen Austausch gefolgt. Die Ahmadiyya-Gemeinde bot einen Jahresrückblick und verdeutlichte in einer Ausstellung ihre Deutung des Islam.

Diese Religion werde oft missverstanden. Frieden, Sicherheit und Ordnung würden vom Islam als wesentliche Voraussetzungen für den materiellen, moralischen und geistigen Fortschritt der Menschheit betrachtet. »Dschihad – ein missverstandener Begriff«, »Der Stellenwert der Frauen im Islam«, »Der Islam und seine Quellen«, »Islam und Wissenschaft« oder »Der heilige Koran« – so lauteten die einzelnen Themenschwerpunkte der Ausstellung.

»In Zeiten der Unsicherheit und der Bedrohung durch Gewalt und wirtschaftliche Umwerfungen sowie der Schwierigkeiten, einander zu verstehen, geben wir die Hoffnung auf Lösungsmöglichkeiten nicht auf«, erklärte die Ahmadiyya-Gemeinde.

»Wir sind alle Deutschland«

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat versteht sich als Reformgemeinde im Islam. Gegründet wurde sie 1889 von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad. Mit unterschiedlichen Kampagnen setzen sich die Mitglieder für Frieden, Freiheit und Loyalität ein. Bundesweit auch unter der Überschrift »Wir sind alle Deutschland« – Loyalität und Liebe zum Land ist ein Teil des Islam«.

In einem Jahresrückblick verdeutlichten die Mitglieder am Samstag örtliche Aktivitäten. So starte das Jahr stets damit, dass Hunderte von Mitgliedern am Neujahrstag den Silvestermüll in den Städten einsammeln. Traditionell folgt der Gästeempfang der einzelnen Gemeinden. Im Rosensaal sprachen Ehrengäste, darunter Bürgermeister Klaus Kreß, ein Grußwort, ehe die Veranstaltung mit einem Buffet und weiteren persönlichen Dialogen ausklang.



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