Wetterau

Deutsche Bahn präsentiert Plan für Modernisierung

Friedberg (vpf) »Man muss nur wollen und daran glauben, dann wird es gelingen«, sagte Graf von Zeppelin vor etwa 100 Jahren. Gewollt haben die Friedberger den barrierefreien Umbau des Bahnhofs schon lange, dass er tatsächlich kommt, daran haben viele wohl nicht mehr geglaubt. Nun hat die Bahn dem Magistrat die Pläne zum Umbau vorgestellt: Es soll modernisiert werden, Aufzüge sind geplant. Eine Toilette hat die Bahn aber immer noch nicht vorgesehen.
01. Oktober 2016, 12:00 Uhr

Ein bisschen gedulden müssen sich die Friedberger noch: Im November 2018 sollen der barrierefreie Umbau und die Modernisierung des Bahnhofs beginnen. So sieht es die aktuelle Planung vor, die Vertreter der Deutschen Bahn dem Magistrat sowie dem Wirtschafts- und Finanzausschuss am Mittwoch vorgestellt haben. Konkret sind Aufzüge und teilweise neue Treppen sowie neue Bahnsteigdächer für die Bahnsteige 1 bis 4 vorgesehen. Die Personenunterführung, vielen Friedbergern ein besonderes Dorn im Auge, soll modern, attraktiv und kundenfreundlich gestaltet werden. Der Bahnsteig 4 soll komplett erneuert werden, eine neue Bahnsteigkante soll es an Gleis 1a geben.
»Die Verkehrsstation Friedberg befindet sich in einem nicht mehr kundenfreundlichen und stark sanierungsbedürftigen Zustand«, heißt es seitens der Deutschen Bahn.
Eine Erkenntnis, die spät kommt. Erst am Donnerstag berichtete die WZ über ein geplantes Treffen des Frauennetzwerkes, bei dem sich Politikerinnen und Wählerinnen für einen »menschenfreundlichen Bahnhof« einsetzen möchten, bei einem Aktionstag unterschrieben kürzlich zahlreiche Menschen eine Liste mit Forderungen nach Verbesserung des Istzustands.
Auch Bürgermeister Michael Keller ist schon lange unzufrieden: »Der Friedberger Bahnhof ist der schlechteste von Rio bis New York.« Die Pläne zum barrierefreien Umbau, die die Deutsche Bahn vorgestellt hat, seien daher sehr positiv aufgenommen worden. Zu einer großen Auseinandersetzung habe hingegen geführt, dass nach wie vor keine Toiletten im Bahnhof vorgesehen seien. »Die Deutsche Bahn will sich weiterhin bemühen, eine Lösung zu finden. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Stadt Friedberg hier selbst aktiv werden wird«, sagte Keller.
Der gesamte Umbau soll rund 17,5 Millionen Euro kosten; den Löwenanteil von 12 Millionen übernimmt die Deutsche Bahn, vom Land Hessen werden etwa drei Millionen beigesteuert, der RMV beteiligt sich mit etwa 470 000 Euro. Dass die Stadt selbst rund zwei Millionen Euro aufbringen muss, verursache zwar leichtes Bauchgrummeln, sagte Keller, aber: »Wir brauchen den Umbau und die Modernisierung unbedingt, deshalb tun wir alles dafür, dass der geplante Termin zum Baubeginn eingehalten werden kann.«
Die Stadtverordnetenversammlung muss den Plänen ebenso noch zustimmen wie der Haupt- und Finanzausschuss. In der zweiten Hälfte des Jahres 2018 soll der Realisierungs- und Finanzierungsvertrag abgeschlossen werden, damit Ausschreibung und Vergabe des Bauvorhabens folgen können. Erst in knapp vier Jahren, im Juli 2020, rechnet die Bahn mit der Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs. “ Der Friedberger Bahnhof ist der schlechteste von Rio bis New York „

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