30. September 2019, 20:38 Uhr

Derzeit keine Einschläge im Wald

30. September 2019, 20:38 Uhr
Die Devise in Florstadt lautet: Das Qualitätsholz bleibt stehen, die geplanten Einschläge werden bis auf Verkehrssicherungsmaßnahmen zurückgestellt. (Foto: dpa)

Auch dem Florstädter Wald geht es nicht gut. Nach zwei sehr heißen und trockenen Sommern werden die Schäden nun immer mehr sichtbar. War es früher der saure Regen, der dem Wald zu schaffen machte, sind es nun Wassermangel und Trockenheit. Zwei Faktoren, die besonders der Fichte zusetzen. Durch den Befall mit Borkenkäfern, die in den geschwächten Bäumen leichtes Spiel haben, ist viel Schadholz auf dem Markt; die Preise sind im Keller.

Revierförster Werner Uhrig und Forstamtsbereichsleiter Anselm Möbs erläuterten den Stadtverordneten den Waldwirtschaftsplan, der im Juni aufgestellt und jetzt zur Abstimmung vorgelegt wurde. Er sah noch Einnahmen von 148 350 Euro und Ausgaben in einem Umfang von 147 350 Euro vor. Parallel dazu wurde die Korrektur des Vorjahresergebnisses vorgestellt: Die Erträge sinken um 8950 Euro; gleichzeitig steigen die Ausgaben um 5300 Euro, sodass das Minus angesichts schlechter Holzpreise bei 14 250 Euro liegt.

Von Buche zu Eiche

Das Qualitätsholz bleibt stehen, die geplanten Einschläge werden bis auf Verkehrssicherungsmaßnahmen zurückgestellt, bis sich der Markt beruhigt hat, lautet die Devise der Forstfachleute. Waren für Fichte in B- oder C-Qualität viele Jahre Preise um die 100 Euro pro Festmeter erzielt worden, so liegen sie derzeit bei 40 bis 45 Euro. Schlechtere Qualitäten erreichen pro Festmeter sogar nur 20 bis 25 Euro.

Der eigentliche Waldwirtschaftsplan ist somit nicht umzusetzen, zugleich muss wohl wegen erheblicher Abweichungen ein Nachtragsplan erstellt werden. Dennoch wurde er einstimmig beschlossen. »Wir haben mit einem Ausfall einzelner Flächen gerechnet, aber nicht, dass es so schnell geht«, sagte Revierförster Uhrig. Auf die Frage zur Erhaltung der Waldkultur stellte er fest: »Das Thema Fichte hat sich in unseren Breiten wohl erübrigt.« Geschädigt sind auch Douglasien und Lärchen, selbst Buchen setzt der Borkenkäfer zu. Robuster präsentieren sich Eichen und Roteichen, Alternativen wären Winterlinden, Spitzahorn oder Elsbeeren. Grundsätzlich plane man bei Neuanpflanzungen eine Mischung aus drei Arten. »Die Arten müssen aber zu uns passen«, sagte Bereichsleiter Möbs. Wegen des Verschlechterungsverbots sehe man sich an der Schwelle, die ausgedehnten Buchenwälder unserer Gegend in Eichenwälder umzuwandeln. Beim Thema Brennholz werde man mehr Fichte anbieten, die bei gleichem Volumen die gleiche Brenndauer wie Buchen aufweise.

Aktuelle Infos gab es auch zur neuen Holzvermarktungsorganisation. Bürgermeister Herbert Unger geht davon aus, »dass sie am 1. Januar 2020 am Start sein könnte«.

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