17. Dezember 2018, 21:32 Uhr

Der lange Weg zur Bescherung

Die einen lieben es, für die anderen ist es lästig: Weihnachtsgeschenke kaufen. Was bekommt wer und wie sind überhaupt Geschenkideen zu finden? Unser Mitarbeiter Niklas Mag hat bei seiner Suche nach den passenden Geschenken den Bad Vilbeler Einzelhandel erkundet.
17. Dezember 2018, 21:32 Uhr
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Aus der Redaktion
Dass Bücher noch immer zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken gehören, kann Silke Mahatzky von der Buchhandlung Lesezeit bestätigen. (Foto: Niklas Mag)

Es gibt Menschen, die sich bereits Monate vor dem Fest Gedanken machen, was sie an wen verschenken könnten. Anderen fallen Geschenkideen einfach ein, ohne darüber groß nachdenken zu müssen. Nun, ich gehöre zu keinen der beiden Gruppen. Sondern zu einer dritten Gruppe. Wenige Tage vor Weihnachten fehlen mir noch immer die Geschenke für einen Großteil der Familie. Auch meinem Bruder geht es nicht anders.

Aus diesem Grund haben wir uns in den vergangenen Jahren immer wieder vor Weihnachten zusammengesetzt und selbst Pralinen hergestellt. Eine Geschenkidee, die auf nahezu alle Familienmitglieder oder Freunde anwendbar ist. In diesem Jahr möchte ich diese Komfortzone etwas verlassen, mich umsehen, was ich für meine Freundin, meine Eltern, meine Großeltern finden kann. Doch wo mit der Suche beginnen?

Auf Platz eins stehen beim Blick in die Statisitk unangefochten Bücher. Ein guter Start für die Suche nach Geschenken. Doch wäre Beratung nicht schlecht. Zum Glück gibt es Buchhändlerinnen wie Silke Mahatzky. Sie führt den Buchladen Lesezeit im Dortelweiler Brunnencenter, hat den Markt immer im Blick und berät vor Weihnachten viele Kunden, die Geschenke suchen: »Es kommen schon deutlich mehr Leute in den Laden vor Weihnachten«, erklärt sie.

»Viele haben bereits zu Hause recherchiert, bevor sie kommen, lassen sich dann aber noch genauer beraten.« Sie merke, dass die Kundschaft eine klare Vorstellung davon hat, welche Art Buch sie einer Person schenken wollen. Und in Mahatzkys Laden kristallisiert sich bereits heraus, welche Werke das Weihnachtsgeschäft anführen.

»Da ist beispielsweise die Biografie von Michelle Obama. Ein sehr beliebtes Geschenk.« Viele Bad Vilbeler kauften außerdem die Bücher, die auf der Bestsellerliste des »Spiegels« empfohlen werden. »Muttertag von Nele Neuhaus verkaufen wir momentan ebenfalls sehr oft.«

Schnell habe ich für meinen Vater ein passendes Buch gefunden. Die Biografie Johann Sebastian Bachs, geschrieben von John Eliot Gardiner.

Nun gilt es zu überlegen, was ich für meine Freundin finden kann. Schmuck ist eine gute Idee. Also geht’s ins Juweliergeschäft von Christine Strempel an der Frankfurter Straße. »Es ist selten geworden, dass ein Mann in unser Geschäft kommt und Schmuck für seine Partnerin kaufen möchte. Dieses klassische Weihnachtsgeschäft gibt es für Juweliere schon seit etwa 20 Jahren nicht mehr«, sagt Strempel.

Da die meisten Frauen berufstätig seien, gönnen sie sich immer mal wieder selbst neuen Schmuck. »Und wenn doch ein Mann Schmuck kauft, kommt es häufig vor, dass dieses Geschenk dann nach dem Verschenken in ein anderes Schmuckstück umgetauscht wird.« Sie könne Männer, die ein Schmuckgeschenk suchen, vor allem anhand der aktuellen Trends gut beraten, doch empfiehlt sie mir: »Viele Frauen geben ihren Männern Hinweise, welche Schmuckstücke ihnen gefallen würden.« Und tatsächlich erreicht mich eine solche Nachricht. Bestimmte Ohrringe wünscht sich meine Freundin. Nach kurzer Recherche habe ich diese gefunden, besorgt und verpackt. Hier kann also ebenfalls ein Haken dran, genau wie an das Geschenk für meine Mutter: Spezielle Handtücher und Topflappen für die Küche im neuen Wohnmobil dürfen es sein.

Glüchwein zum Aufwärmen

Doch was schenke ich den Großeltern? Eine Rast am Stand des Lions Clubs am Niddaplatz, dort wird Glühwein angeboten. Weiter. Trotz guter Ideen der Verkäufer verläuft die Suche erfolglos. Letztlich denke ich, dass etwas Süßes vielleicht doch die größte Freude macht. Vor allem dann, wenn es selbst gemacht ist. Und so fällt auch in diesem Jahr die kleine Weihnachtsbäckerei von mir und meinem Bruder nicht aus. Denn Traditionen sind schließlich da, um erhalten zu werden.



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