17. September 2019, 14:00 Uhr

Camper aus Leidenschaft

»Der Urlaub beginnt am Hoftor«

Wohnmobile boomen. Eva Morgenstern und Reiner Tugend aus Rosbach sind seit über 20 Jahren leidenschaftliche Camper. Immer mit an Board: ein Wohnmobilführer und das Gefühl von Freiheit.
17. September 2019, 14:00 Uhr
Das Wohnmobil von Reiner Tugend und Eva Morgenstern ist immer gepackt, die Reise kann jederzeit losgehen. (Fotos: alh)

Die weisteste Reise hat sie bis ans nördliche Ende Norwegens geführt. Über 3000 Kilometer liegt das Nordkap von Rosbach entfernt. Eine feste Route haben Eva Morgenstern und Reiner Tugend auch bei dieser Reise nicht eingehalten. Mit ihrem Wohnmobil halten sie überall an, wo es ihnen gefällt. Die Rosbacher sind leidenschaftliche Camper. Mit ihrem Wohnmobil sind die 48-Jährige und der 57-Jährige zu jeder Jahreszeit unterwegs. Und das seit über 20 Jahren.

Damals haben bis zu sechs Personen im Wohnmobil übernachtet. Das Paar hat fünf Kinder, der Jüngste ist erst fünf Jahre alt. »Wenn wir Freunde oder Verwandte besucht haben, war es immer schwierig, einen Platz zum Schlafen für so viele Leute zu finden«, erzählt Morgenstern. »Und auch die Übernachtung im Hotel wird als Großfamilie teuer.«

Inzwischen ist Camping für die Rosbacher die schönste Art des Urlaubs. Auch wenn sie inzwischen meist nur noch zu dritt unterwegs sind. »Das Wohnmobil ist unser zweites Zuhause«, sagt Morgenstern. Tugend ergänzt: »Man kommt damit überall hin, schläft immer im eigenen Bett, ist an kein Hotel gebunden und erlebt trotzdem Neues.«

Mit dem Wohnmobil bis ans Meer

Das Lieblingsziel der »Tugendsterne«, wie sich die Familie nennt, ist Skandinavien. Dort haben sie schon viele Orte erkundet. »Wir bleiben einfach da stehen, wo es uns gefällt«, sagt Tugend. Das kann an einem finnischen See, am Fuße eines Skihangs in den Alpen oder im Baltikum sein. Hauptsache es ist nicht zu warm, nicht zu voll und es gibt viel Natur.

Auf der dänischen Insel Rømø haben die Rosbacher schon am Meer übernachtet. »Nach dem Aufstehen hatten wir direkt Sand unter den Füßen«, erzählt Morgenstern. Acht bis zehn Wochen im Jahr ist die Familie mit ihrem Zuhause auf Rädern unterwegs und genießt die Freiheiten.

Immer mit dabei ist ein Reiseführer für Wohnmobile. »Damit finden wir die schönsten Plätze«, sagt Morgenstern. »Alles andere kann man zur Not vor Ort kaufen.« Auch wenn die Vollblut-Camper selten etwas vergessen. »Das Wohnmobil ist immer gepackt«, sagt Morgenstern. Bettwäsche, Kosmetika, Küchenutensilien - alles da. »Wir müssen nur unsere Klamotten raussuchen, einsteigen und losfahren.« Fahrräder, Schlauchboot und Grill sind auch mit im Gepäck.

Ein Zimmer, Küche, Bad

Kochen, duschen, schlafen, essen - das alles funktioniert im Wohnmobil auf wenigen Quadratmetern. Auch einen Fernseher gibt es. Betten lassen sich zusammenklappen, das Bad ist Durchgangszimmer zwischen Schlafkoje und Küche. Praktisch muss es sein. Dafür wiegt der Koloss auch mehrere Tonnen.

Wenn die Camper ins Wohnmobil einsteigen, haben sie zwar ein festes Ziel, »doch der Urlaub beginnt schon am Hoftor«, sagt Morgenstern. Stau? Gibt es für sie nicht. »Wenn der Verkehr stockt, fahren wir raus, trinken gemütlich einen Kaffee oder legen uns für zwei Stunden hin, dann geht es weiter.« Mehr als zwei oder drei Stunden am Stück fahren die Camper sowieso nicht. Die Route ergibt sich spontan. »Die besten Tipps bekommt man sowieso vor Ort, das lässt sich nicht planen«, sagt Morgenstern.

Am liebsten hält die Familie fernab von Campingplätzen. Außerhalb Deutschlands seien die Regeln nicht so streng. Oft treffe man auf andere Reisende. »Unter Campern gibt es nicht viel Distanz. Steht man länger nebeneinander, lernt man sich automatisch kennen.« Manchmal sehe man sich auch mehrmals innerhalb eines Urlaubs wieder.

Das Interesse an Wohnmobilen und Campingurlaub steigt stetig, wie eine Analyse des Kraftfahrtbundesamtes zeigt (weiteren Artikel). Das spüren auch Tugend und Morgenstern. Seit rund drei Jahren verleihen sie in Rosbach Wohnmobile »von Campern für Camper«. Die meisten kämen mit positiven Erlebnissen zurück. »Manche merken aber auch, dass es nichts für sie ist«, sagt Tugend. »Entweder man liebt Camping oder man hasst es. Ausprobieren muss das jeder selbst.«

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