12. Juli 2018, 19:56 Uhr

Der Teich auf dem Dach

12. Juli 2018, 19:56 Uhr
Ein Teich mit Brücke, ein Spielplatz, Sitzgelegenheiten und sogar Bäume – all das lässt sich auf einem Flachdach realisieren. (Foto: djd/xps-waermedaemmung.de/ZinCo)

Die Umgestaltung und nachträgliche Nutzung eines Flachdachs ist gerade in Städten clever: Ein schattiges Plätzchen unter Sträuchern, eine Gemüsefarm oder ein Teich zum Relaxen – all das kann auf dem Dach stattfinden und mit der richtigen Planung den Verkehrswert der Immobilie und vor allem den Lebenskomfort deutlich erhöhen.

Das dachte sich auch der Architekt einer Mehrfamilienhausanlage mit Tiefgarage. Statt eines tristen Kieselsteindachs wurde die Dachkonstruktion verstärkt, um darauf einen Teich anzulegen. Dieser verschönert nicht nur den Ausblick der Anwohner, über ihn verläuft zudem eine Holzbrücke, und er wird auch noch als Wasserspeicher genutzt. Diese Lösung war sogar kostengünstiger als der Bau einer unterirdischen Zisterne, die sonst notwendig gewesen wäre, um das Regenwasser der Mehrfamilienhäuser aufzufangen. Neben dem Teich befindet sich eine großzügig gestaltete Spielfläche für die Kinder der Anwohner. Zudem wurden mehrere kleine Bäume gepflanzt und verschiedene Pflanzflächen angelegt, auf den übrigen Flächen wurde Rasen angesät – auf diese Weise entstand eine grüne Oase für die umliegenden Anwohner, unter der man keine Tiefgarage vermutet.

Gerade in der Stadt nutzen immer mehr Anwohner ihre Dachflächen zum Anbau von Obst und Gemüse: »Urban farming« nennt sich dieser Trend, der nach Prognosen von Stadtplanern in den nächsten Jahren deutlich zunehmen wird.

Doch egal ob Teich oder Beet – diese Vorhaben lassen sich nur als sogenannte intensive Dachbegrünung verwirklichen: Voraussetzung ist eine hohe Tragfähigkeit des Daches. Die Höhe des Gesamtaufbaus beginnt bei etwa 25 Zentimetern und kann bei parkähnlicher Ausbildung – wie auf einer Tiefgarage – bis 100 Zentimeter gehen. Norbert Buddendick, Geschäftsführer der Fachvereinigung Extruderschaumstoff, rät beim Anlegen eines Dachgartens zur Ausführung als Umkehrdach: »Damit lässt sich nahezu alles realisieren, was auch zu ebener Erde möglich ist, das Dach verwittert nicht und hält doppelt so lange wie ein als Normaldach ausgeführtes Dach.« Das helfe, teure Sanierungskosten zu sparen, und sei auch nachhaltiger.

Auf die Dämmung würden der Wurzelschutz sowie eine Isolierschutzmatte gelegt, und darauf könne anschließend ein Aufbau wie im Garten mit der passenden Systemerde oder einem Kieselsteinbett als Teichboden erfolgen. »Mit Zusatzkosten von etwa 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter für ein Gründach dürfte dies wohl die günstigste Art sein, in der Großstadt zusätzliche Grünflächen zu generieren«, so Buddendick.

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