12. März 2019, 20:21 Uhr

Der Berufung gefolgt

12. März 2019, 20:21 Uhr
Begegnung mit Folgen: Moses (Fabian Minor) und der brennende Dornbusch.

Der Zeitpunkt hätte nicht treffender gewählt sein können: Zu Beginn der Passionszeit boten die Kinderchöre der evangelischen Kirchengemeinde Friedberg gleich zwei Aufführungen des Musicals »Der brennende Dornbusch« in der Burgkirche. Das Musical entstand bereits 2006 im Rahmen der Wetterauer Kirchenmusiktage als ein Auftragswerk der Förderkreise für Kirchenmusik. Erneut erfreute es nun die Besucher am vergangenen Wochenende.

»Toll, dass Sie trotz des Sturms alle gekommen sind«, zeigte sich am Sonntag auch Kantor Ulrich Seeger erfreut. Bereits am Samstag hatte es eine Aufführung in der Burgkirche gegeben. Somit wurde das Stück dreimal vor Publikum gesungen und gespielt. Das Musical, welches man zugleich als Oratorium für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bezeichnen kann, beeindruckte vor allem mit seinen anspruchsvollen Liedern mit Psalmen und Lobgesängen, dem Frauen-Lied am Brunnen und der Darstellung der Gottesbegegnung am brennenden Dornbusch. Verdient ernteten die jungen Sängerinnen und Sänger, die Maxis, Jugendkantorei und Jugendchor am Ende großen Applaus für ihre beachtlichen Leistungen.

In der Bibel gibt es zahlreiche Berufungsgeschichten: Gott beauftragt Menschen, in seinem Namen etwas Besonderes zu tun oder zu verkündigen. Moses bekommt Wunderhaftes zu sehen: »Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch: und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde.«

Zwar erlebt Moses seine Berufung ganz alleine, aber sonst ist er in zahlreiche Beziehungen eingebettet: Er hat Bruder und Schwester, er gehört unverbrüchlich zum unterdrückten Volk Israel, nach einem politisch motivierten Mord flieht er ins Ausland, heiratet dort und nimmt nach seiner »Berufung« die Führung seines Volkes an. Das alles aber konzentriert sich um die Begegnung mit dem heiligen Gott.

Im Unterschied zu den meisten anderen Berufungsgeschichten in der Bibel wird von Moses ausführlich erzählt, was hinter ihm liegt und was nach seiner Berufung geschieht. Alle angedeuteten Aspekte dieser Geschichte machten sie besonders geeignet für ein biblisches Kindermusical, findet Kantor Ulrich Seeger, der sich musikalisch der Geschichte Mose angenommen hatte. Nachdem Gabriele Gaukel mit theologischer Konzeption das Libretto mit Liedtexten und Spielszenen erstellte, schrieb Seeger dazu die passende Musik. Begleitet von einem Instrumentalensemble mit Streichquintett, Klarinette, Flöte, Klavier und Schlagzeug schlüpften 35 Friedberger Kinder und Jugendliche in verschiedene biblische und auch frei erfundenen Rollen. Seit Januar und auf einer Singfreizeit in Bad Marienberg hatten sich alle auf die Aufführungen vorbereitet.

Dass sich die intensiven Proben gelohnt haben, wurde für die Zuschauer schnell spürbar. Mit glasklaren Stimmen sangen die Kinder das Klagelied und den anspruchsvollen Lobpreis der Engel. Auch überzeugten die Solisten Mose (Fabian Minor), Miriam (Eva Parbel), Aaron (Stina Berger) und Zippora (Marie Schatanek) mit ihren deutlichen Dialogen. Mit Jethros Töchtern, den Viehhirten und Moses Sohn Gerschom (Johannes Lütkemeier) kam auch Humor nicht zu kurz. Dank der Tontechnik (Elias Klöppel und Doris Brand) und dem Mitarbeiter-Team Gisela Jeschke, Christina Klöppel und Simone Parbel ging alles reibungslos über die Bühne.

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