20. April 2017, 14:00 Uhr

Windmühle

Denkmalschutz gibt grünes Licht

Bei seinem ehrgeizigen Ziel, die Windmühle zwischen den Gradierbauten IV und V zu rekonstruieren, ist der Verein Wind-und Wasserkunst Bad Nauheim einen wichtigen Schritt weitergekommen.
20. April 2017, 14:00 Uhr
Diesem Turm sollen wieder Flügel wachsen. (Foto: Nici Merz)

»Die zuständigen Denkmalschützer haben die funktionsfähige Wiederherstellung grundsätzlich befürwortet«, berichtet Vereinsvorsitzender Dr. Thomas Schwab. Nach der Einigung mit der Stadt, die mit dem Verein Ende April einen Überlassungsvertrag für das Gebäude schließen möchte, haben die ehrenamtlichen Initiatoren damit offenbar eine weitere hohe Hürde überwunden. Offen ist nach wie vor, wie die Investitionskosten von rund 450 000 Euro finanziert werden sollen.

Kürzlich kam es zu einem Treffen von Vereinsvertretern mit Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, und weiteren Vertretern von Denkmalschutz-Behörden. Dabei sei grünes Licht für das Konzept von »Wind- und Wasserkunst« für die Rekonstruktion der Windmühle signalisiert worden. Wie Schwab in einer Power-Point-Präsentation erläutert hatte, sei die im 18. Jahrhundert erbaute Windmühle ein wichtiger Bestandteil der Bad Nauheimer Saline gewesen, zu jener Zeit eine der größten Anlagen zur Salzgewinnung aus Sole in Europa. Nach Ansicht des Vereinsvorsitzenden geht es bei den Wiederaufbauplänen in erster Linie darum, Bürger und Gäste Bad Nauheims über diese industrielle Geschichte der heutigen Kurstadt zu informieren.

»Der Windmühlenturm an der Langen Wand, das Schwalheimer Rad und das zum Teil noch erhaltene Feldgestänge gehören zu Industrie-Denkmälern höchsten Ranges in Deutschland«, ist Schwab überzeugt.

Neben dem Turm ist von der Windmühle, die Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet und 1824 durch einen Orkan zerstört wurde, der Drehkranz im Originalzustand erhalten. Nicht mehr vorhanden sind die drehbare Haube, die Flügel mit einer Spannweite von 21 Metern und die Holzgalerie. Diese Bestandteile sollen nach historischem Vorbild wieder hinzugefügt werden. Mit diesen Plänen können sich die Denkmalschützer offenbar anfreunden. Wie Harzenetter nach Auskunft des Vereinsvorsitzenden erläutert habe, unterlägen bei Windmühlen und Mühlrädern die beweglichen Bauteile einem Verschleiß, der immer wieder Erneuerungen und Reparaturen erforderlich mache. Irgendwann sei der historische Bestand weitgehend verbraucht, gleichwohl behalte ein solches Objekt bei sachgemäßer Instandsetzung seinen Denkmalwert.

Nach diesem Gespräch will der Verein in den kommenden Monaten die Grundlage für eine Genehmigung des Wiederaufbaus durch die Untere Denkmalschutzbehörde des Wetteraukreises schaffen. Dazu muss unter anderem der historische Bestand dokumentiert werden. Über entsprechende Pläne und andere Dokumente aus verschiedenen Archiven verfügen die Initiatoren des Projekts bereits. Darunter befindet sich ein Standardwerk der in Bad Nauheim geborenen Brüder Langsdorf. Sie hatten im 18. Jahrhundert detailgetreu den Bau und die Funktion von Windmühlen beschrieben.

Außerdem wird ein Statiker bescheinigen müssen, dass der Turm die nötige Standfestigkeit aufweist. »Die drehbare Kappe hat ein großes Gewicht, auch durch die Flügel wird das Bauwerk einer gewissen Belastung ausgesetzt. Wie uns Mühlenexperten in der Vergangenheit bereits versichert haben, dürfte es mit der Statik keine Probleme geben«, sagt Schwab.

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