07. November 2018, 19:21 Uhr

Dem Verbrechen auf der Spur

07. November 2018, 19:21 Uhr

Auf die Spur großer Verbrechen in der Literatur machte sich der Karbener Literaturtreff. Im mit 45 Besuchern gut besuchten »Kuhtelier« begrüßt der Vorsitzende, Hans-Martin Thomas, die Gäste sowie Pianistin Martina Riedel. Er erinnert mit einfühlsamen Worten an das Vereins- und Vorstandsmitglied Walter Enslin, das unerwartet am 3. Oktober verstorben ist.

Musikalisch eröffnet Martina Riedel das Programm mit »Präludium c-Moll«, J. S. Bach BWV 999, das sie in memoriam für Walter Enslin spielt. Danach übernimmt Karin Schrey, die den Abend organisiert und ausgerichtet hat, die Moderation des Programms. In ihrer Einführung in die allgemeine Entstehungsgeschichte des Kriminalromans führt sie aus, dass von einer tatsächlichen Kriminalliteratur als einer eigenständiger Gattung erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts gesprochen werden kann. Frühe Beispiele der Kriminalliteratur sind »Der Verbrecher aus verlorener Ehre« von Friedrich Schiller, »Michael Kohlhaas« von Heinrich von Kleist, »Die Judenbuche« von Annette Droste Hülshoff und »Das Fräulein von Scuderi« von E.T.A. Hoffmann. Das literarische Programm eröffnet Dieter Körber, mit Schillers Erzählung »Der Verbrecher aus verlorener Ehre«.

Quiz mit Hauptpreis

Mit Daphne Du Maurier, geboren 1907 in London, bekannt durch ihr Werk »Rebecca«, machte Rosie Cordsen-Enslin das Publikum bekannt. In der Kurzgeschichte »Geheimnis des Falken«, die in der Mitte der 60er Jahre in Italien spielt, schildert Du Maurier die Reaktion der Bewohner des Städtchens Ruffano auf die Vergewaltigung einer älteren Frau: Gekonnt intoniert sodann Martina Riedel den »Harzer Kriminaltango« von Wolfgang Löffler. »Der Verdacht« von Friedrich Dürrenmatt, den meisten bekannt durch die Verfilmung mit dem Titel »Es geschah am helllichten Tag«, besprach Heidi Walter eindrucksvoll durch Vorstellung von Originalzitaten.

Claudia Weishäupl widmete sich Theodor Fontanes »Unterm Birnbaum«. Hier geht es um Verdächtigungen und Beschuldigungen durch die Dorföffentlichkeit.

Die weltberühmte Melodie aus dem Film »Der dritte Mann«, das »Harry-Lime-Thema« spielt Martina Riedel zu großen Freude und Begeisterung des Publikums. Patricia Highsmith wird von Barbara Metz vorstellt. Sie erzählt den Inhalt und trägt Originalzitate aus dem Roman »Zwei Fremde im Zug« vor. In der Pause wird ein Quiz durchgeführt. Mit E.T.A. Hoffmanns Erzählung »Das Fräulein von Scuderi« setzt Almut Rose das Programm fort. Weltberühmt ist Edgar Allen Poe als Meister der Kurzgeschichte, der Schauerliteratur. Er wird von Robert Axt mit der Story »Das Fass Amontillado«, wo ein Beleidigter seinen Widersacher einfach einmauert, sehr eindringlich darstellt.

Jojo Moyes, eine zeitgenössische Autorin, kommt mit einer Kurzgeschichte aus dem Band »Kleine Fluchten« zu Wort. Fritz Böhner liest ausdrucksvoll die Episode eines Juwelierüberfalls vor. Mit den Klängen des »Kriminal-Tango« wird das literarische Programm beendet.

Als Ausklang erfolgt die heitere Losermittlung der Preisträger, mit Glücksfee Almut Rose. Der Hauptpreis ist ein signiertes Exemplar »Halali« von Ingrid Noll, die im April Gast im »Kuhtelier« war. Drei weitere Glückspilze erhielten ebenfalls Weine und von Ingrid Noll signierte Plakate.

Als Nächstes befasst sich der Literaturtreff mit »Innere und äußere Emigration, Ernst Wiechert und Josef Roth«. Am Donnerstag, 29. November, um 19 Uhr im »Kuhtelier«. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

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