06. November 2018, 21:18 Uhr

Deckel abgeben und helfen

06. November 2018, 21:18 Uhr
Den Startschuss zur Sammelstelle im Edeka-Getränke-Markt Pfeiffer geben (v. l.): Manfred Hochstein, Heinz Isterling, Sascha Pfeiffer und Eike See. (Foto: Storck)

Anfang 2015 entstand in einem Lissaboner Fischrestaurant die Idee: ein Projekt gegen Kinderlähmung, das gleichzeitig für das Recyceln von nicht mehr gebrauchter Waren wirbt. Als Material erkor man Kunststoffdeckel mit einem maximalen Durchmesser von vier Zentimetern, die sich hauptsächlich auf Getränkeflaschen und Getränkekartons befinden.

Diese Deckel bestehen aus Polyethylen, das ein hochwertiges recycelfähiges Material ist. Die Organisation »Deckel-Drauf« mit ihrer deutschen Zentrale in Nürnberg verkauft die gesammelten Deckel an interessierte Firmen. Aus dem Erlös von durchschnittlich 500 Deckeln kann die Impfung eines Kindes gegen Kinderlähmung weltweit bezahlt werden. Die Kinderlähmung ist eine hoch ansteckende Krankheit, an der in erster Linie Kleinkinder, aber auch Erwachsene erkranken. Der Virus verursacht Lähmungserscheinungen. Die Infektion kann auch Spätfolgen haben oder tödlich verlaufen.

Zu dem Netz der Sammler vieler Menschen in Deutschland, der Schweiz, Norwegen, den Niederlanden und Österreich gehört seit 2016 auch die Berstädterin Renata Zinsheimer, die als Angestellte im örtlichen Fachmarkt Isterling und bei Bekannten für diese Aktion wirbt. Nachdem sie zunächst ihre gesammelten Deckel nach Nürnberg sandte, brachte sie sie zu einer Apotheke in Linden. Von der Möglichkeit, mit weggeworfenen Plastikdeckeln etwas gegen Kinderlähmung zu tun, erfuhr auch der Södeler Manfred Hochstein. Er wollte diesen Gedanken breiter in die Öffentlichkeit tragen und fand die Unterstützung des Wölfersheimer Bürgermeisters Eike See. So befinden sich seit Kurzem in allen sieben Kindergärten der Gemeinde Sammelstellen für die Deckel.

Einem weiteren Kreis der Bevölkerung sollte die Problematik der Kinderlähmung und die Möglichkeit des Helfens aufgezeigt werden. Was lag da näher, als einen Getränkemarkt mit ins Boot zu holen. Dazu suchte man den Edeka-Getränkemarkt Pfeiffer in Berstadt aus. Die Besitzerfamilie sagte spontan ihre Unterstützung zu. Im dortigen Getränkemarkt steht nun am Flaschenrücknahme-Band ein Korb, in den jeder die Plastikdeckel abgeben kann. Wenn der Korb voll ist, bringen die örtlichen Initiatoren die Deckel in die Wetterauer Sammelstelle nach Bad Nauheim, von wo sie weiter ihrer Bestimmung zugeführt werden.

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