09. Juli 2019, 20:17 Uhr

Das verschwundene Wasser

09. Juli 2019, 20:17 Uhr
Die Aquanauten reisen auf die Erde, um sich für ihr fehlendes Wasser zu rächen. (Fotos: Hanna Feige)

Die »Aquanauten« vom fremden Planeten »Aquania« besuchten die Erde, um ihr verschwundenes Wasser zu suchen. Gemeinsam mit den Burgfestspielen und der Hochschule für Musik und darstellende Künste in Frankfurt probten die Schüler aus den Jahrgängen 6 bis 10 der Europäischen Schule Rhein-Main (ESRM) das Musiktheater zum Thema Wasser und Wasserverschwendung ein.

Jahrelang zapften die gierigen Menschen Wasser durch ein Rohr vom fremden Planeten ab, weil ihr eigenes ihnen nicht reichte. Als die Aquanauten dies bemerken, werden sie wütend und reisen auf die Erde, um die Menschheit zu zerstören und ihr Wasser zurückzuholen. Dort treffen sie auf Johanna, die ihnen ihre Welt zeigt und wie das Wasser genutzt und nicht genutzt wird. Dabei wird ihr klar, wie viel von dem blauen Gold täglich verschwendet wird und sie beschließt, sich von nun an für eine bedachtere Wassernutzung einzusetzen.

Aufforderung an Zuschauer

Seit März studierten die Schüler der Europäischen Schule das Musiktheater ein. Dafür trafen sie sich mindestens einmal die Woche, zuletzt jeden Tag. Sie lernten fleißig den Text, bekamen Gesangs- und Schauspielunterricht von Studierenden der Hochschule für Musik und Darstellende Künste und gestalteten das gesamte Stück selbstständig. Für die musikalische Begleitung sorgte ein Orchester, ebenfalls aus Schülern bestehend. Das Musiktheater wurde komponiert und dirigiert von Gerhard Müller-Hornbach.

Dabei mussten die Schüler verschiedene Schwierigkeiten bewältigen, wie beispielsweise die Sprachbarriere. An der ESRM werden viele Sprachen gesprochen, allen voran Englisch. »Die Schüler konnten sich eigentlich nur über die Musik verständigen«, erklärt Regisseurin Daniela Gumpp. Dennoch wurde das Stück auf Deutsch einstudiert, von Sprachbarrieren keine Spur. Gumpp berichtet, dass die Schüler durch das Stück viel Deutsch gelernt hätten.

Besonders herausstechend am Stück ist die Inszenierung. Das Orchester nutzt viele ungewöhnliche Materialien, um eine futuristische Atmosphäre zu erzeugen. Da werden Steine gezückt, mit Folie geraschelt und eine Glasharfe kommt auch zum Einsatz. »Es war sehr modern und wirkte fast schon psychedelisch. Der hohe moralische Anspruch hat mir sehr gut gefallen«, begeistert sich Christian Wisselinck für das Stück, in dem seine Tochter mitspielt.

Vor der Aula haben die Schüler verschiedene Informationsstände zum Thema Wasserverschwendung und Ressourcen aufgebaut, um ein weiteres Mal auf das Thema Wasserverschwendung aufmerksam zu machen. Dabei ist auch das »virtuelle Wasser« ein Thema, also das Wasser, welches indirekt oder zur Herstellung genutzt wird. So stecken in einem Smartphone rund 1000 Liter Wasser, erklären sie dort.

Besucherin Alice Thomas ist von der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Wasser begeistert. »Das Stück war sehr interessant und unerwartet inszeniert. Ich finde es gut, dass dieses wichtige Thema in der Schule thematisiert wird, bei uns wurde es das früher nicht.« Das musikalische Theater endet mit der Aufforderung, mehr auf den Wasserverbrauch zu achten und gewissenhafter mit den Ressourcen der Erde umzugehen.

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