Wetterau

Das macht Lust aufs Mitsingen

. Eine wirklich gelungene Bühnendekoration: Große Schirme in Regenbogenfarben umranden die in Rot, Orange und Blau getauchte Bühne des Alten Hallenbades, farbige Tücher simulieren von der Balustrade herab einen Regenbogen – ein schöner Hingucker. So macht der Regenbogenchor schon optisch seinem Namen Ehre, bevor er singend einmal den Saal des Alten Hallenbades umrundet. Anlass für den Auftritt ist das Sommerkonzert unter dem Motto »Strand, Sonne und Liebe«.
28. Juni 2017, 20:36 Uhr
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Bunt und farbenfroh: So zeigt sich der Regenbogenchor mit der passenden Dekoration im Alten Hallenbad. Genauso bunt und fröhlich ist die dargebotene Musik. (Foto: gre)

. Eine wirklich gelungene Bühnendekoration: Große Schirme in Regenbogenfarben umranden die in Rot, Orange und Blau getauchte Bühne des Alten Hallenbades, farbige Tücher simulieren von der Balustrade herab einen Regenbogen – ein schöner Hingucker. So macht der Regenbogenchor schon optisch seinem Namen Ehre, bevor er singend einmal den Saal des Alten Hallenbades umrundet. Anlass für den Auftritt ist das Sommerkonzert unter dem Motto »Strand, Sonne und Liebe«.

Wolfgang Diny vom Vorstand des Alten Hallenbades und Sänger im Regenbogenchor begrüßt die Gäste und geht mit ihnen auf die Reise nach Afrika, wo zumindest der Temperaturunterschied zu unserer Region in diesen Tagen nicht mehr so groß sei, wie er meint. Er nähert sich fiktiv einem Löwen. »Keine Angst, der Löwe schläft«, sagt Diny, der damit den ersten Titel ankündigt. Nach »The lion sleeps tonight« geht die Reise weiter mit Liebesbekundungen von John Dowland, die zur Zeit von Elisabeth I. entstanden sind.

Einen Zeitsprung weiter – schon ist der Musikgeschmack ein anderer, hat sich die Tonsprache der Lieder verändert, wie sich in der Ballade »Goodbye love«, einem sehr jazzigen Titel von Ken Kraintz zeigt. Und der tolle, beschwingte Rhythmus von »Daydream lullay« macht anschließend richtig Lust zum Mitsingen.

Schwimmente auf dem Kopf

Durch das Programm führen abwechselnd Virginia Schaal und Veronika Feuerbach, die kurze, unterhaltsame Beschreibungen zum Inhalt der einzelnen Titel geben, die in englischer, französischer, spanischer und afrikanischer Sprache gesungen werden.

Zu den Höhepunkten des ersten Teils zählt zweifellos das »Gershwin Swing Set«, mit Titeln wie »They can’t take that away from me«, einem Song, bei dem einem sofort die Jazz-Ikonen Ella Fitzgerald und Louis Armstrong in den Sinn kommen, obwohl der Song erstmals von Fred Astaire und Ginger Rogers präsentiert wurde, oder »Let’s call the whole thing off« und einige mehr, alle in fließenden Übergängen mit exzellentem Wechsel von Crescendi zu Decrescendi und mit viel Swing und Pep vorgetragen. Am Piano begleitet Chorleiter Michael Weber zurückhaltend, aber effektiv.

Nach der Pause geht es mit einem spanischen Traditional weiter, und in einem Volkslied aus der Touraine/Frankreich erfährt das Publikum, wie es einer bezirzten Schäferin im 16. Jahrhundert erging. Auch Titel von den Rolling Stones und den Beach Boys stehen auf dem vielseitigen und anspruchsvollen Programm des Regenbogenchores.

Meditativ wird es dann mit dem Stück des Komponisten Dr. Francisco F. Feliciano (1941-2014), »Silence my soul«. Er gilt als der wichtigste Komponist der Philippinen. Der Ton der Klangschale zeigt dem Chor die Wechsel an, die den Chor zum Gehen oder zum Stillstehen auffordern. Man fühlt sich nach Asien versetzt und an die liturgischen Gesänge buddhistischer Mönche erinnert.

Der Abend vergeht wie im Fluge, abwechslungsreich und mitreißend, und die Gäste wollen nicht wahrhaben, dass wirklich Schluss sein soll. Ohne mehrere Zugaben kommt der Chor auch nicht davon, der sich zu guter Letzt noch etwas ganz Besonderes hat einfallen lassen. Plötzlich kommen Handtücher, Bademäntel, Taucherbrillen, Schwimmringe, Schwimmenten und weitere Badeutensilien zum Vorschein. Im Nu wird aus dem Chor eine lustige Badegesellschaft. Nach der Melodie von »The lion sleeps tonight« singt der Chor – als Hommage an das Alte Hallenbad in seiner ursprünglichen Funktion – einen Text von Wolfgang Diny. Hier ein Auszug: »Hier im Hause vor langer Zeit um 1910 konnten viele Bürger Friedbergs ins warme Wasser geh’n.« Große Heiterkeit beim Publikum und tosender Applaus für den wunderbaren Chorabend. Mit einer Schwimmente auf dem Kopf verlässt Chorleiter Michael Weber schließlich die Bühne. Damit ist dann endgültig Schluss. Rita H. Greve

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Das-macht-Lust-aufs-Mitsingen;art472,276740

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