20. November 2018, 19:18 Uhr

Das harte Leben der Obdachlosen

20. November 2018, 19:18 Uhr

Beim Wettbewerb um das beste französischsprachige Jugendbuch, dem Prix des Lycéens, fuhren die zehn Schülerinnen und Schüler des Burggymnasiums aus dem Französischleistungskurs der Q1-Phase, geleitet von Frau Bernard, zum Friedrich-Dessauer-Gymnasium nach Frankfurt-Höchst, um der Stimme des bekannten Jugendbuchautors Ahmed Kalouaz mit Begeisterung zu lauschen.

Kalouaz trat seine lange Anreise aus Frankreich an das Friedrich-Dessauer-Gymnasium an, um mit Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Schulen der Region an dem Oberstufengymnasium in Kontakt zu treten. Gespannt setzten sich die zehn Schüler des Burggymnasiums auf ihre Plätze und warteten mit ihren bereits im Unterricht behandelten Fragen.

Zu Beginn klärte der Autor sie über seine Nationalzugehörigkeit auf, da er algerische Wurzeln hat. Allerdings ist Ahmed Kalouaz mit ganzem Stolz ein französischer Staatsbürger und betonte dies auch mehrfach. Aus diesem Grund setzt er sich in seinen Büchern mit den kulturellen und politischen Ereignissen Frankreichs auseinander und verfasste mit diesem Hintergedanken einen Roman über das Leben der Obdachlosen in Frankreich. Das 2018 erschienene Endprodukt erhielt den Titel »La maraude«.

»La maraude« ist eine nicht fiktive Hilfsorganisation, die den Obdachlosen nicht mit Geldspenden, aber umso mehr mit täglichen warmen Essensausgaben, Kleidung und Decken eine Auszeit in ihrem schweren Alltag ermöglicht. Vergleichen kann man dies auch mit der Organisation »Die Tafel« in Deutschland.

Empört über Situation

Der mehrfache Preisträger beantwortete daraufhin in die Fragen der Schüler und nahm unter anderem Bezug auf seine Erfahrung mit Obdachlosen. Bei seinen detaillierten Antworten – natürlich in der französischen Sprache – durften die Zuhörer erfahren, dass er selbst im direkten Kontakt zu Obdachlosen stand und durch kurze Gespräche am Tag versuchte, ihnen ohne Vorurteile entgegenzutreten. Ahmed Kalouaz hielt sich nicht zurück, seine eigene Meinung über die politische Lage in Frankreich preiszugeben und akzentuierte deutlich, dass er empört über die Wohnsituation der weiblichen Obdachlosen sei. Da diese keine eigenen Dusch- und Schlafräume, getrennt von männlichen Obdachlosen zu Verfügung gestellt bekommen. Deshalb hielt er seinen Roman auf der realistischen Ebene und schaffte es dadurch, dass die Leser das harte Leben aus einem anderen Blickwinkel betrachteten. Gleichwohl auch, um sich in das Leben der Betroffenen vollkommen hineinversetzen zu können, hat der Jugendbuchautor die Perspektiven der Personen gewechselt, um die Spannung weiter aufzubauen.

Jedoch ließ Kalouaz sich von den jeweils einzelnen Schülerinnen und Schülern nicht nur ihre vorbereiteten Fragen stellen, sondern ließ sich für jeden Einzelnen genug Zeit. Mit diesem herzlichen Entgegenkommen führte er nicht nur Gespräche mit den interessierten Schülern, vielmehr ermutigte er jene, welche noch keine perfekte Aussprache hatten, diese zu verbessern, indem sie aus seinem Roman einige Zeilen vorlasen.

Alles in allem war der Ausflug eine super Erfahrung für die zehn Schülerinnen und Schüler des Burggymnasiums, da Ahmed Kalouaz diese mit offenen Armen empfangen und viel Rücksichtnahme gezeigt hat.

Mit Freude hat der Französischleistungskurs nun neue Kenntnisse über Frankreich in Erfahrung gebracht.

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