05. August 2019, 20:38 Uhr

Das Summen im Säckelgraben

05. August 2019, 20:38 Uhr
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Aus der Redaktion

Es brummt und summt im Säckelgraben: Zwei Bienenvölker tummeln sich seit dem Frühjahr in dem Wasserschutzgebiet bei Nieder-Mörlen, das die Stadtwerke Bad Nauheim schon seit langem als Biotop hegen und pflegen. Die Insekten haben sich gut eingelebt und fleißig Nektar gesammelt: Jüngst wurde zum zweiten Mal Honig geerntet und in Gläser abgefüllt. Peter Drausnigg, Geschäftsführer des kommunalen Energie- und Wasserunternehmens, sieht das Bienentreiben als einen wichtigen Beitrag für eine intakte Umwelt: »Der Säckelgraben rund um unsere sechs Trinkwasserbrunnen ist Wasserschutzgebiet, Zone I. Hier gilt es, besonders sorgsam mit der Umwelt umzugehen, um das Grundwasser zu schützen. Die Bienen tragen hier zu einem stimmigen Ökosystem bei und liefern uns außerdem eigenen Stadtwerke-Honig.« Bettina Bonarius von den Steinfurther Landfrauen hat die Honig-Ernte übernommen. Von ihr stammen auch die Völker der Art »Apis mellifera carnica«, auch Kärntner Biene genannt.

Lange geplanter Bienentransport

Noch während der kalten Tage im Mai hatte sie die Bienen umgesiedelt - ein lange geplantes Unterfangen, denn Bienen müssen außerhalb ihrer Flugzeit reisen, am besten, wenn es kalt ist oder regnet. Für die Ernte nimmt Bonarius die honiggefüllten Rähmchen mit den Bienenwaben aus der Magazinbeute. Mit Hilfe einer Schleuder wird der flüssige Honig den Waben entnommen. Bevor er in Gläser kommt, muss er noch an fünf Tagen jeweils fünf Minuten lang gerührt werden. Das Ergebnis überzeugt: »Alle, die bereits probieren durften, waren begeistert - ich eingeschlossen«, sagt Drausnigg. Die Leckerei wird künftig - wie schon der Stadtwerke-Apfelsaft aus dem vergangenen Jahr - bei unternehmenseigenen Veranstaltungen aufgetischt oder als Präsent überreicht.

»Das Gebiet im Säckelgraben ist ein naturbelassenes Biotop, in dem Insekten, Vögel und andere Tiere einen idealen Lebensraum haben - dazu trägt auch die Streuobstwiese der Stadtwerke bei«, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. »Während der Photosynthese filtern die Bäume Luft und produzieren Sauerstoff. Sie binden das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid und lagern es in ihrer Biomasse ein. Das Wasserschutzgebiet ist deshalb nicht nur wichtig, um die wertvollen Trinkwasservorräte in Bad Nauheim vor schädlichen Stoffen zu bewahren, es dient auch dem Erhalt der Artenvielfalt«



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