04. Oktober 2017, 20:00 Uhr

Das Leben zwischen Buchseiten

04. Oktober 2017, 20:00 Uhr
ZIA
»Das Leben bietet so viel, aus dem man Geschichten machen kann«, sagt Autorin Gaby Bergbauer. (Foto: zia)

Ob Krimis oder Kinderbücher, ernst oder lustig, die Sicht des Menschen oder des Hundes: Im Sortiment von Autorin Gaby Bergbauer ist alles zu finden. »Ich möchte mich nicht auf ein Genre festlegen«, sagt sie. Und bei allem, was sie schreibt, spielen ihre persönlichen Erfahrungen eine große Rolle.

»Schreiben ist für mich Berufung«, sagt Gaby Bergbauer aus Bönstadt. »Und wenn man einmal angefangen hat, kann man gar nicht mehr aufhören«. Die Begeisterung ist ihr ins Gesicht geschrieben, der Beweis dieser »Sucht«, wie sie es mit einem Lachen selbst beschreibt, sind ihre zehn veröffentlichten Werke. Besonders auffällig an diesen Veröffentlichungen: die Vielfalt der Themen. Manche Bücher beschäftigen sich mit der Liebe, andere mit ernsten Themen wie dem Leiden eines Kindes unter Gewalt der Eltern. Mal sind die Protagonisten in düstere Kriminalfälle verwickelt, mal erzählt Gaby Bergbauer aus Sicht ihrer Malteserhündin Tinka, deren Gesicht vom Cover der Bücher schon so berühmt ist, dass sie bereits auf der Straße erkannt wurde.

Auf die Frage, woher sie all diese Ideen nehme, antwortet die Bönstädterin: »Ich lege mich grundsätzlich nicht gerne fest. Das Leben bietet so viel, aus dem man Geschichten machen kann.« Zudem habe sie viel Zeit, schreibe oft nachts, wenn es ruhig ist und viele Gedanken über einen kommen. Auch ihr Mann trage seinen Teil zu ihrer Inspiration bei, da er sie stets unterstütze und ihr Interesse fürs Schreiben teile. »Und natürlich lese ich sehr viel, dabei hat man viele Einfälle«, sagt sie.

Von der Seele schreiben

Außerdem legt die Autorin Wert darauf, auch Lesestoff für Kinder zu bieten, wie sie es beispielsweise mit den Geschichten über ihre Hündin tut, da sie es wichtig findet, dass sich Kinder schon früh mit Büchern und Geschichten auseinandersetzen. Zusammenfassend sagt sie: »Ich will nicht zu einseitig sein, ich brauche die Abwechslung.«

Doch wie hat für Gaby Bergbauer eigentlich alles angefangen? Wie kam sie zum Schreiben? Sie muss nicht lange überlegen: »Geschrieben habe ich schon sehr früh, in meiner Kindheit fing das an. Damals waren es noch Kurzgeschichten.« Kreativ sei sie schon immer gewesen, das Schreiben habe sich einfach ergeben. Ihr erstes Buch entstand, nachdem eine gute Freundin sie immer wieder dazu aufforderte, ihre Kurzgeschichten in ein Buch zu fassen und es mit einer Veröffentlichung zu versuchen.

Auch spielen die frühzeitigen traumatischen Erfahrungen der Schriftstellerin eine Rolle: In ihrer Kindheit wurde sie misshandelt. Ihre Geschichten, in denen sie sich teilweise explizit mit diesem persönlichen Thema befasst, helfen ihr, diese Sache zu verarbeiten und all das hinter sich zu lassen. »Es ist nicht nur so, dass ich mir selbst dadurch helfe, schon oft habe ich Rückmeldungen von anderen Frauen mit ähnlichen Erfahrungen bekommen, dass meine Bücher dafür gesorgt haben, dass sie sich verstanden fühlen und besser loslassen können. Das bestärkt mich in dem, was ich tue«, sagte sie.

Schreiben ist ihre Berufung: »Jedes meiner Bücher ist auf seine Weise besonders, jedes steht für etwas anderes, das mir persönlich wichtig ist.«

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