08. März 2019, 21:02 Uhr

Damit die Demokratie gestärkt wird

08. März 2019, 21:02 Uhr
Glittenberg

Die stete Zunahme rechtsextremer Tendenzen ist Thema einer Ausstellung, die am Freitag im Foyer des Kreishauses von der Ersten Kreisbeigeordneten Stephanie Becker-Bösch eröffnet wurde. Die Ausstellung »Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen« wurde vom Landesbüro Hessen der Friedrich-Ebert-Stiftung konzipiert. Auf 16 Tafeln wird unter anderem der Frage nachgegangen, warum der Rechtsextremismus so gefährlich für die Demokratie ist. Dokumentiert werden die Aktivitäten der rechten Szene in Hessen. Auf anderen Tafeln wird dargelegt, wie man durch persönliches Engagement Demokratie erleben kann oder wie ein Demokrat auf rechtsextreme Äußerungen und Taten reagieren sollte.

Darauf ging Becker-Bösch in ihrer Rede ein: »Wir müssen heute für unsere Demokratie kämpfen.« Am Weltfrauentag ging die Erste Kreisbeigeordnete auch auf die antifeministischen und chauvinistischen Tendenzen in der rechten Szene ein: »Das entsteht ganz alleine im Kopf solcher Menschen.«

Nach der Eröffnung hielt der Frankfurter Sozialwissenschaftler Manuel Glittenberg im Plenarsaal des Kreishauses ein Referat zum Thema: »Rechtsextremismus – aktuelle Erscheinungsformen, kritische Perspektiven und demokratische Handlungsoptionen«. Hierzu konnte Cornelia Wenk, zuständig für das Projekt »Demokratie leben Wetterau« im Fachbereich Jugend und Soziales, unter anderem etliche Auszubildende des Wetteraukreises begrüßen. Gekommen waren auch Vertreter verschiedener Vereine und Institutionen, von der Antifa Wetterau bis zum Polizeipräsidium Mittelhessen. »Dieser Vortrag soll keine Wiederholung der Informationen in der Ausstellung werden«, sagte Glittenberg zu Beginn seines Referats. Der Soziologe hat sich im Rahmen des Projekts »Zusammenleben neu gestalten« der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik ausführlich mit den Ursachen des »Erstarken des globalen Problems Rechtsextremismus und Rechtspopulismus« beschäftigt. Trotz unterschiedlicher Ziele der Parteien im rechten Spektrum, wie AfD, FPÖ in Österreich oder der niederländischen Freiheitspartei, gibt es für den freien Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung einen gemeinsamen Kern rechter Ideologie: »Das ist ein völkisches und antiplurales Gesellschaftsverständnis und die Konstruktion eines homogenen Kollektivs als Bezugspunkt.« Das werde an Formulierungen wie dieser deutlich: »Wir Deutsche und die Muslime oder die Flüchtlinge.« Rechtspopulisten benutzten gerne Formulierungen wie »wir hier unten und die da oben«.

Anhand zweier AfD-Plakate mit Kernsätzen wie »Mehr Sicherheit für unsere Frauen und Töchter« und »Meinungsfreiheit für alle« untermauerte Glittenberg die These, dass Rechte gängige Themen für sich vereinnahmen und ad absurdum führen und für rassistische Agitation nutzen würden.

Als Handlungsoptionen empfahl Glittenberg, von Rechtsextremismus Betroffene ernst zu nehmen, aber auch Schutz anzubieten und Zugehörigkeit und Solidarität auszudrücken.

Die Ausstellung »Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen« im Kreishaus-Foyer kann vom 7. bis 22. März während der Öffnungszeiten des Kreishauses am Europaplatz 1 in Friedberg besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

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