Wetterau

Damit Bäume sicher stehen

Wer aufmerksam durch Friedberg geht, findet sie an allen städtischen Bäumen: große rote Zahlen. Diese mit einem Industriemarker angebrachten Zahlen sind Baumnummern. Sie werden von Mitarbeitern des Sachverständigenbüros Zorn aus Usingen angebracht, das seit Jahrzehnten alle städtischen Bäume in Friedberg kontrolliert. Doch warum müssen die städtischen Bäume regelmäßig kontrolliert werden? Und wie läuft diese Kontrolle ab? Das war Thema des Friedberger Stadtgesprächs, zu dem CDU-Vorsitzender Bernd Wagner zahlreiche Besucher im »Hüttchen« begrüßte.
13. September 2019, 20:32 Uhr
Redaktion
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CDU-Vorsitzender Bernd Wagner (l.) begrüßt den Referenten Matthias Zorn zum Stadtgespräch. (Foto: pm)

Wer aufmerksam durch Friedberg geht, findet sie an allen städtischen Bäumen: große rote Zahlen. Diese mit einem Industriemarker angebrachten Zahlen sind Baumnummern. Sie werden von Mitarbeitern des Sachverständigenbüros Zorn aus Usingen angebracht, das seit Jahrzehnten alle städtischen Bäume in Friedberg kontrolliert. Doch warum müssen die städtischen Bäume regelmäßig kontrolliert werden? Und wie läuft diese Kontrolle ab? Das war Thema des Friedberger Stadtgesprächs, zu dem CDU-Vorsitzender Bernd Wagner zahlreiche Besucher im »Hüttchen« begrüßte.

Bevor Diplom-Ingenieur Matthias Zorn als Referent auf diese Fragen einging, lag ihm ein anderes Thema am Herzen: »Unsere Städte werden immer mehr verdichtet und versiegelt. In der Folge heizt sich der innerstädtische Bereich durch die Bebauung und Versieglung auf. Werden Bäume richtig platziert, können sie das Stadtklima wesentlich verbessern.« Doch bei der Neupflanzung von Bäumen würden oft schon die späteren Schäden an den Bäumen vorprogrammiert, heißt es in einer CDU-Pressemitteilung.

Grube muss groß genug sein

»Unabhängig von der Baumsorte gelten angemessene Wuchsbedingungen als Grundvoraussetzung für die Vitalität und damit für die Anpassungsfähigkeit eines Stadtbaumes gegenüber Trockenheit, Sturmereignissen, Krankheiten und Schädlingen.« Als Mindeststandard seien daher eine ausreichend große Pflanzgrube sowie ein entsprechender Wurzelraum von etwa 1,50 Meter Tiefe und 12 Kubikmeter Volumen vorgesehen, ferner eine ausreichend große Baumscheibe von mindestens sechs Quadratmetern.

Bei der Gestaltung von Pflanzgruben gelte die Faustregel, dass der Wurzelraum etwa so groß sein sollte wie die Krone des ausgewachsenen Baumes. Notwendig sei weiterhin eine aktive Baumscheibengestaltung, die den Baum vor einer anderen Benutzung im engen Straßenraum schütze, beispielsweise vor dem Abstellen von Mülltonnen oder Fahrrädern, und damit zu einer verbesserten Infiltration von Niederschlagswasser beitragen könne.

Sodann ging Zorn auf die eigentliche Baumkontrolle ein. Baumkontrollen zur Verkehrssicherung erfolgen einmal im Jahr als Sichtkontrollen vom Boden aus. Wenn bei der Sichtkontrolle wegen Fäulnisstellen oder Höhlen im Baumbereich oder an sichtbaren Hauptfruchtkörpern holzzerstörende Pilze Anlass zur Sorge besteht, werden Stand- und Bruchsicherheit beurteilt. Dabei kommt zum Beispiel der Resistograph zum Einsatz. Er misst zunächst den Bohrwiderstand und damit die Holzdichte. Aus den Messkurven können dann Aussagen über den inneren Zustand des Holzes getroffen werden. Die als Restwandstärke bezeichnete Stärke des Holzkörpers gibt den entscheidenden Hinweis, wie viel tragfähiges Holz noch für den statischen Halt des Baumes vorhanden ist. Danach wird festgelegt, was getan werden muss. In der CDU-Mitteilung heißt es abschließend: »Durch all diese Maßnahmen kommt die Stadt Friedberg den Anforderungen als Baumbesitzer nach, den dauerhaften Erhalt der Verkehrssicherheit ihres Baumbestandes zu gewährleisten.«

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Damit-Baeume-sicher-stehen;art472,627195

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