14. Dezember 2018, 20:38 Uhr

»Da geht mir das Herz auf«

14. Dezember 2018, 20:38 Uhr
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Von Christine Fauerbach
Anregend findet Herta Maria Reitz den Künstlerweihnachtsmarkt in der Galerie der Alten Mühle. Seit 17 Jahren gehört er zu ihren Lieblingsplätzen in der Wetterau. (Foto: Fauerbach)

Kunstliebhaber, Kunstkäufer und Kreative treffen sich dieses Wochenende in der Galerie der Alten Mühle beim Künstlerweihnachtsmarkt des Kunstvereins Bad Vilbel. Für die Malerin und Kunsterzieherin Herta Maria Reitz gehört er zu ihren Lieblingsplätzen in der Quellenstadt: »Ein Besuch auf dem Künstlerweihnachtsmarkt ist für mich Erholung. Schon beim Betreten der Galerie mit Blick auf die Bilder an den Wänden, auf Schmuck und Skulpturen geht mir das Herz auf.« Für Reitz ist der Markt Anziehungs- und Treffpunkt. Und dies nicht nur, weil sie von Anfang an zu den ausstellenden Künstlern gehört und ihn inzwischen organisiert. »Der Künstlermarkt ist mir sehr wichtig, weil mir die Zusammenarbeit mit den Künstlern und das mir dabei entgegengebrachte Vertrauen geholfen hat, in Vilbel heimisch zu werden«, sagt Reitz.

Gründerin des Weihnachtsmarktes der Künstler ist die ehemalige, langjährige Vorsitzende des Kunstvereins, Brigitte Reich. »Sie legte Wert darauf, dass die Bilder und Kunstwerke nicht im Freien, in einer der Hütten, sondern in einem geschlossenen trockenen Raum präsentiert werden. In Verhandlungen mit der Stadt wurde die Galerie in der Alten Mühle als idealer Ort in unmittelbarer Nähe zur Burg gefunden«, erinnert Reitz. Seither präsentieren zwischen 20 und 22 Künstler dort ihre Exponate. Die künstlerische Palette reicht von Bildern unterschiedlicher Stilrichtungen über Keramiken, Objekte, Weihnachts- und Kunstpostkarten bis zu Schmuckarbeiten und Designerschmuck einer Goldschmiedin. Die Künstler konnten auf »ihrem« Weihnachtsmarkt schon 1600 Besucher an drei Tagen begrüßen. »Ich liebe die Atmosphäre und das Ambiente in der Galerie. Für mich ist dieser Markt ein Fest der Kunst, auf dem Geschichten und Ideen erzählt und gezeigt werden. Hier treffen sich ambitionierte Künstler, die ihre tollen Kunstwerke präsentieren und in anregenden Gesprächen mit Kunstliebhabern ihre Inspirationen teilen. Bereichernd für mich ist die Harmonie zwischen den Künstlern, das mit anderen Kreativen ins Gespräch kommen.« Ein schöner Nebeneffekt ist fürReitz, die am Georg-Büchner-Gymnasium Kunst und Sport unterrichtet, in der Ausstellung die Entwicklung einiger Künstler mitzuerleben. Dazu zählt sie sich selbst. »Ich male zwar immer noch abstrakte Bilder, diese sind aber heute tiefgründiger als früher. Heute sind meine Bilder vielschichtiger und ausgewogener und die Farben meist kühler als früher«, bilanziert die 58-Jährige. Zur Herausforderung als Organisatorin gehört es, die Ausstellung zusammenzustellen. »Anfangs denke ich immer, das wird nie etwas, dann fängt man an, die Bilder und Kunstwerke zu arrangieren, und plötzlich ist es gut. Das ist immer wieder ein spannender Prozess. Wenn ich durch die Galerie wandele, erfüllt mich ein Gefühl des Stolzes, denn auch wenn wir viel kleiner als der Frankfurter Künstlerweihnachtsmarkt sind, brauchen wir uns vom Niveau her nicht zu verstecken.«

Der interne Höhepunkt findet nach der Ausstellung statt: »Jeder Künstler bringt etwas zum Essen und Trinken mit, dann setzen wir uns Sonntagabend zusammen, um auf einen gelungenen Event anzustoßen, uns selbst zu feiern, am Ende des Jahres Rückschau zu halten und unsere Vorfreude auf Weihnachten zu teilen.« Übrigens: Zehn Prozent der Einnahmen des Künstlermarktes fließen in die Jugendarbeit des Kunstvereins.



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