18. September 2019, 20:32 Uhr

Chili-Hot-Dog wow, Pizza lau

18. September 2019, 20:32 Uhr
Letztlich heißt es »Daumen hoch«: die Tester mit ihrem Auftraggeber, dem Schausteller Peter Roie (r.). (Foto: Loni Schuchardt)

Den 70. Herbstmarkt werden elf zufällig ausgewählte Friedberger so schnell nicht vergessen. Sie erhielten beim Festauftakt 50 Euro bar in die Hand gedrückt, um mit dem Geld zehn Essens- und Getränkestände auf dem Herbstmarkt sowie das Festzelt zu testen.

Die Idee dazu hatte Schausteller Peter Roie, Vorstandsmitglied im Schaustellerverband Frankfurt-Rhein-Main. Er sammelte bei seinen Kollegen Geld ein, entwickelte einen Fragebogen, auf dem die Tester pro Stand zwölf Kriterien (wie Vielfalt, Service, Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis oder Hygiene) mit einem bis maximal fünf Punkten bewerten sollten. »Unser Essensangebot hat sich in den letzten zehn Jahren geändert, wir wollen wissen, wie es ankommt«, erklärte Roie bei der Rückgabe der Bögen, zu der sich alle Testteilnehmer, zum Teil mit Partnern und Familie, am Montagabend auf der Gourmetwiese trafen.

»Wir haben uns drei Tage durch den Herbstmarkt gegessen«, meinte Testerin Heike Jost. Viele nahmen den Auftrag ernster, als Roie es erwartet hatte. So gab es zusätzliche Anregungen, die auf den Bögen notiert wurden, wie »Tische besser abwischen«, »mehr große Mülleimer« oder »Sitzgelegenheiten an jedem Essenstand«. Lob für die Polizeipräsenz gab es von Sabine Müller: »Als Mutter eines 15-jährigen Sohnes finde ich das gut.« Bemängelt wurde von mehreren Teilnehmern, dass noch immer viel Plastik- und Einweggeschirr verwendet wird.

Reibekuchen als Highlight

»Es hat riesengroßen Spaß gemacht«, sagte Julia Miotke, die auf Instagram als »Friedberger Mädchen« unterwegs ist. Die Frage nach ihrem Favoriten beantwortete die Bloggerin so: »Die Reibekuchen waren das Highlight und das Personal so freundlich.« Mit dieser Feststellung erntete sie viel Zustimmung: Durchweg vier und fünf Punkte gab’s bei der Gesamtbewertung für den Stand von Manuel Roie, einem Cousin von Peter Roie.

Der konnte es gar nicht glauben und freute sich ebenso wie der zweite eindeutige Testsieger, der Florstädter Alexander Köhler mit seinem Karussellcafé. »Ich habe sogar vormittags Kuchen bekommen, obwohl da noch Frühstück angesagt war«, berichtete Testerin Heike Dorenkamp.

Sehr gut schnitt auch die »Weinkiste« von Barbara Felderhoff aus Weiterstadt ab. Gleich mehrmals erhielt der Stand die volle Punktzahl. Hin und wieder gab es auch Kritik. So erhielt Volker Heiland eine lauwarme Pizza - »trotz des Andrangs«, vermerkte der Friedberger. Moniert wurden vereinzelt die hohen Preise: So zahle man 5,50 Euro für eine große Portion Pommes. Unvergessen bleibt bei Roland Merlau dagegen der Chili-Hot-Dog. »Der hatte richtig Bumms.«

Nicht ganz so gut wie die Stände schnitt das Festzelt ab. Elke Jochum hatte mehrere Bekannte befragt und eine separate »Mängelliste« zusammengestellt: »Schlechteres, unfreundliches Personal, ewiges Warten auf Getränke, nachlassende Qualität und horrende Preise, vor allem an der Bar«, lauteten einige ihrer Kritikpunkte.

Alles in allem jedoch hieß es bei allen Testern: »Daumen hoch für den Friedberger Herbstmarkt«. Als Dankeschön fürs Mitmachen gab es von Roie noch ein Jubiläumslebkuchenherz und Chips für die Fahrgeschäfte. »Vielleicht testen wir diese im nächsten Jahr«, meinte Roie. Die Reaktion der Tester war eindeutig: »Können wir dann wieder mitmachen?«

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