24. Januar 2018, 10:00 Uhr

Nachholbedarf

CDU Bad Nauheim fordert sozialen Wohnungsbau

Die Bad Nauheimer CDU entdeckt ihr Herz für Geringverdiener. In einem Parlamentsantrag schlägt die Union die Förderung von sozialem Wohnungsbau vor.
24. Januar 2018, 10:00 Uhr
Hochpreisiges Wohnen ist in Bad Nauheim an vielen Orten möglich, so wie hier in der Dieselstraße. Auf der Strecke bleiben Menschen mit niedrigen Einkommen. (Foto: nic)

Die CDU-Fraktion hat einen Antrag ins Stadtparlament eingebracht mit dem Ziel, mehr Sozialwohnungen in Bad Nauheim zu schaffen. Gedacht ist an 100 bis 200 Wohnungen, verteilt auf die gesamte Stadt. Der enorme Zuzug von Menschen aus anderen Regionen in den Ballungsraum Rhein-Main wirke sich spürbar auf Bad Nauheim aus, begründet CDU-Stadtverordnete Paula Steiber den Antrag.

Sehr zügig seien Baugebiete wie Goldstein I bis III, Amerikanische Wohnsiedlung, Alte Staatliche Gärtnerei oder Am Hempler ausgewiesen, verkauft und bebaut worden. Bad Nauheim Süd befinde sich im fortgeschrittenen Entwicklungsstand. Mit der starken Nachfrage seien die Bauland- und Wohnungspreise sowie Mietpreise angezogen. Das hat laut Steiber dazu geführt, dass einkommensschwache Haushalte, deren Anteil in Bad Nauheim immerhin bei rund 45 Prozent liege, auf dem freien Wohnungsmarkt kaum noch mithalten könnten.

Lange Wobau-Warteliste

Im Segment »bezahlbarer Wohnraum« engagiere sich die Stadt über ihre Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) insofern, als diese seit Jahren schon nicht den am Markt erzielbaren Höchstpreis für ihren umfangreichen Wohnungsbestand einfordere, sondern darunter bleibe. Die Warteliste der Wobau sei, auch durch die nicht vorhersehbare Unterbringung von Flüchtlingen, länger geworden. Spürbare Abhilfe könne nur durch mehr sozialen Wohnungsbau erfolgen, sagt Steiber.

Die CDU-Fraktion unterbreite mit ihrem Antrag einen Vorschlag, wie die Stadt mit spürbarer Unterstützung des Landes und des Bundes in einem nennenswerten Umfang Abhilfe schaffen könne, ohne sich dabei zu übernehmen. »Die Förderprogramme sind durchaus attraktiv. So niedrige Zinssätze und dazu noch Zuschüsse in dieser Höhe gab es noch nie«, betont Steiber. Entgegen der üblichen Praxis, dass Förderprogramme nicht miteinander kombiniert werden dürfen, sei beim kommunalen Sozialwohnungsbau eine Kombination mit dem Programm »KfW-Effizienzhaus 70« möglich. Die Stadt müsse bei einer Bindungsfrist von 20 Jahren dafür einen Investitions-Beitrag von 10 000 Euro je Wohneinheit erbringen.

100 bis 220 Wohnungen

»Einen Gewinn würde die Wobau mit dieser Investition eher nicht erzielen. Aber wir könnten mit den Fördermitteln und Zinsverbilligungen eine deutliche Entlastung beim Bedarf im Sozialen Wohnungsbau erreichen. Der neu geschaffene Wohnraum verbleibt zudem nach Ablauf der Bindungsfrist im Eigentum der Wobau«, resümiert Steiber.

Die CDU denkt an eine Größenordnung von 100 bis 200 Sozialwohnungen, die allerdings nicht als »Klumpen« in einem einzigen Baugebiet, sondern über die Stadtteile verteilt errichtet werden sollten.

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