21. Mai 2019, 11:00 Uhr

Baubeginn verzögert sich

Burgfeld: Verkehrskreisel nicht um jeden Preis

Im Sommer 2018 sollte am Burgfeld in Friedberg ein Verkehrskreisel gebaut werden. Dass dies noch nicht geschah, liegt laut Bürgermeister Antkowiak am Bauboom und den gestiegenen Preisen.
21. Mai 2019, 11:00 Uhr
Noch hält sich der Verkehr vor dem Burgfeldparkplatz in Grenzen. Bevor der letzte Bauabschnitt am »Steinern Kreuz« bebaut ist, soll hier in unmittelbarer Nachbarschaft zum Junity ein Verkehrskreisel entstehen. (Fotos: Nici Merz)

Für Bürgermeister Dirk Antkowiak steht fest: »Wir bauen nicht um jeden Preis.« Der Verkehrskreisel am Burgfeld soll kommen, aber vermutlich erst im nächsten Jahr. Antkowiak: »Für kurzfristige Gewerke werden zur Zeit, bedingt durch den Bauboom, deftige Aufschläge gefordert, die eine wirtschaftliche Errichtung nicht zulassen. Wir sind nicht bereit jeden Preis zu zahlen.« Zur Zeit werde eine Ausschreibung vorbereitet mit dem Ziel »Baubeginn im nächsten Jahr«, sagte der Bürgermeister.

Es eilt nicht. 550 000 Euro stehen im Haushalt bereit; das Geld kann aber auch nächstes oder übernächstes Jahr noch ausgegeben werden. Im vorletzten Bauabschnitt des Baugebiets »Am Steinern Kreuz« im Westen der Stadt wurden bereits fast alle Häuser bezogen. Hier und da steht noch ein Baukran, Kleinlaster von Handwerkerfirmen parken vor den Einfamilienhäusern, Heizungstechniker sind hier ebenso am Werk wie Maler und Lackierer oder Schlosser.

Im letzten Bauabschnitt, der wenige hundert Meter vor dem Gelände der Johann-Peter-Schäfer-Schule für Blinde und Sehbehinderte endet, werden Abwasserrohre und Stromleitungen verlegt. Bagger haben große Erdhaufen aufgeworfen. Als nächstes werden die Straßen angelegt und die bereits verkauften Grundstücke eingegrenzt. Dann können die Häuslebauer loslegen.

Wohnraum für 4000 Menschen

Gut zweihundert Meter vom Baugebiet entfernt wird gerade das Gelände für die Heizzentrale vorbereitet. Die neuen Mieter sollen ihre Häuser mit Nahwärme versorgen. Die liefert eine Heizzentrale, die mit Erdgas befeuert wird; zusätzlich wird ein Blockheizkraftwerk mit Spitzenlastkessel gebaut. Das Wasser wird auf 70 bis 80 Grad aufgeheizt und mit einer Fernwärmeleitung in die Häuser gepumpt.

Rund 4000 Menschen sollen hier im Westen der Stadt (auf Ockstädter Gemarkung, aber zur Kernstadt zählend) einmal leben. Der Verkehr wird also zunehmen. Wo die Heinrich-Busold-Straße momentan an einem Feldweg endet, soll sich schon bald die Anna-Kloos-Straße anschließen. So wird ein Ringschluss hergestellt. Vor allem über diese beiden Straßen soll der Verkehr in Richtung Burgfeld fließen; von dort sind es nur wenige hundert Meter bis zur B 3-Auffahrt Richtung Frankfurt und Rhein-Main-Gebiet.

Vor dem Burgfeld befindet sich das Nadelöhr der Verkehrserschließung. Vordringlich geht es der Stadt darum, die Verkehrsströme aus drei Richtungen zu lenken. Die Burgfeldstraße verbindet die Innenstadt über die Gießener Straße mit der Kreisstraße nach Bad Nauheim; auf halbem Wege erfolgt der Abzweig zur B 3. Die Strecke ist eine der Hauptzufahrtstraßen nach Friedberg. In Höhe der Jugendfreizeiteinrichtung Junity und des Burgfeldes zweigt der Städter Weg ab. Von dort sind es über die Heinrich-Busold-Straße nur wenige Hundert Meter ins Baugebiet »Am Steinern Kreuz«.

Wartezeiten noch erträglich

Hinzu kommen Autofahrer, die vom Burgfeldparkplatz wieder auf die Burgfeldstraße einbiegen wollen. Das ist mitunter schwierig. Autofahrer benötigen hier Geduld, müssen im Berufsverkehr Wartezeiten in Kauf nehmen. »Es geht«, sagt ein Anwohner der Heinrich-Busold-Straße. »Morgens und nachmittags, wenn viel Verkehr ist, muss man halt warten. Aber das hält sich in Grenzen.«

Der Verkehrskreisel wird auch Raser ausbremsen. Vor allem aber wird er längere Wartezeiten obsolet machen. Das spüren Autofahrer, die hinter dem Burgfeld nicht auf die B 3 abbiegen, sondern weiter in Richtung Bad Nauheim fahren. Der Verkehrskreisel vor dem Usa-Wellenbad wurde bereits im Dezember für den Verkehr freigegeben. Er dient der Erschließung des Baugebiets Bad Nauheim-Süd, wo gerade das erste Dutzend Häuser entsteht. Hier wie im nahen Friedberg sollen die Verkehrskreisel auch einen ökologischen Vorteil bringen. Verkürzen sich Wartezeiten für Autofahrer, sinkt auch der CO2-Ausstoß. An beiden Verkehrskreiseln verläuft übrigens ein gut ausgebauter Radweg. Würde der noch öfter genutzt, würde der CO2-Ausstoß noch v iel mehr sinken.

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