07. September 2019, 12:00 Uhr

Drohender Abzug des Schulamtes

Bürgermeister: Vorschläge für Gebäude gäbe es

Die Stadt Friedberg hat dem Kultusministerium ein Ausweichquartier fürs Schulamt angeboten. Wie Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) sagte, habe das Ministerium aber kein Interesse gezeigt.
07. September 2019, 12:00 Uhr
Das ehemalige Mannschaftsgebäude 3619 in der Kaserne hätte dem Schulamt und dem Lehrerseminar als Übergangsquartier dienen können. (Foto: Nici Merz)

Bei den Mitarbeitern von Schulamt und Lehrerseminar, aber auch bei vielen anderen Lehrkräften geht die Sorge um: Ziehen die Behörden nach Bad Vilbel-Dortelweil, an den südlichen Rand des Zuständigkeitsgebiets? Die Mitarbeiter lehnen dies ab, führen die schlechte Verkehrsanbindung und die langen Wege als Argumente gegen Dortelweil an. Die FDP-Fraktion in der Friedberger Stadtverordnetenversammlung stellte nun den Antrag, der Magistrat solle alles tun, um den Standort Friedberg zu erhalten.

Wie berichtet, hat die Stadt die »Alte Post« in der Mainzer-Tor-Anlage gekauft, richtet in dem Gebäude das Technische Rathaus ein. Das Mietverhältnis für das Schulamt endet am 30. Juni 2020. Bis dann muss das Kultusministerium eine neue Bleibe gefunden haben. Der FDP-Fraktionsvorsitzender Achim Güssgen-Ackva schlug vor, gegebenenfalls das Mietverhältnis zu verlängern, bis das Schulamt einen neuen Standort gefunden und bezogen habe. Güssgen-Ackvas Forderung, es sollten »alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden«, um den Wegzug zu verhindern, wertete Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) indes als »Unverfrorenheit«. Diese »Unterstellung« - dass die Stadt nämlich nichts unternommen habe - wollte der Rathauschef nicht auf sich sitzen lassen.

Bereits einen Tag nach der Entscheidung der Stadtverordneten, die »Alte Post« zu kaufen, hätten er, Landrat Jan Weckler und die Spitze des Schulamtes zusammengesessen, um Alternativen zu suchen, sagte Antkowiak. Als Übergangslösung habe man das Mannschaftsgebäude 3619 in der Kaserne vorgeschlagen, ein Besichtigungstermin mit der BIMA sei auch vereinbart worden. Das Kultusministerium habe dem Schulamt allerdings untersagt, den Termin wahrzunehmen. Antkowiak: »Ich bewerte das nicht. Ich schildere das nur.«

Vorschlag: Neubau im Grünen Weg

Mehrere Investoren hätten sich angeboten, ein neues Gebäude zu errichten und dem Schulamt zur Miete anzubieten. Als Standort nannte der Bürgermeister den Grünen Weg. Auch das Gelände der ehemaligen Jugendarrestanstalt sei im Gespräch gewesen. Es habe mehrere Gespräche und eine Telefonkonferenz mit dem Kultusministerium gegeben. An der Bereitschaft der Stadt, Alternativen aufzuzeigen, habe es nicht gefehlt. »Wir haben alles unternommen«, sagte der Bürgermeister. Aber das Land habe nicht reagiert. Offenbar, so ergänzte Patrick Stoll (CDU), habe das Land kein Interesse, das Schulamt am Standort Friedberg zu belassen.

Das Kultusministerium habe mit den Vorbesitzern der »Alten Post« stets nur einen einjährigen Mietvertrag abgeschlossen, sagte Antkowiak. Das sei mit ein Grund dafür gewesen, dass die Vorbesitzer verkaufen wollten. Außerdem hätten Schulamt und Lehrerseminar mehr Raum benötigt und wollten demnach ohnehin ausziehen. Eine - so nicht ausgesprochene, aber im Raum stehende - Schuld der Stadt daran, dass Schulamt und Lehrerseminar möglicherweise aus Friedberg abgezogen werden, wies der Bürgermeister damit zurück.

Der Antrag der FDP wurde bei Ja-Stimmen von FDP und SPD von einer knappen Mehrheit abgelehnt. Nichtsdestotrotz wurde in der Debatte deutlich, dass alle Fraktionen einen Verbleib von Schulamt und Lehrerseminar in Friedberg wünschen.

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