30. Oktober 2018, 20:33 Uhr

Bücher sind nicht nur zum Lesen da

30. Oktober 2018, 20:33 Uhr
Bücher wegwerfen, das kommt für Sabine Coldehoff und Stephanie Bollinger nicht infrage. Durch das Falten von Buchseiten gestalten sie zum Beispiel Kunstwerke mit 3D-Effekt. (Foto: sl

»BuchKunst – Kunst aus Büchern« war am Wochenende eine Ausstellung im Saalbau Lux überschrieben, die erstmals im Programm von »Florstadt kulturell« zu finden war. Stephanie Bollinger, Bibliothekarin und Leiterin der Florstädter Mediathek im Bürgerhaus Stammheim, sowie Sabine Coldehoff, Inhaberin der mobilen Buchhandlung »LeseHorizonte«, präsentierten dabei wahre Kunstwerke und retteten somit viele Bücher vor der Altpapiertonne.

Bücher wegwerfen? Das geht gar nicht für die beiden Lese- und Literaturpädagoginnen, die sich bei der gemeinsamen Ausbildung in Wetzlar kennenlernten. Da muss es doch noch andere Verwertungsmöglichkeiten geben, dachten sich die Frauen und probierten munter drauf los.

Rilke zur Abwechslung gefaltet

Dabei setzten sie tolle Einfälle um, die ganz neue Dekorationsmöglichkeiten für das Zuhause bieten. Herausgekommen sind etwa Ketten oder Leuchten, Kunstkarten oder Taschen, Sterne oder Laternen, Lesemäuse oder Deko-Engel, die aus ausgelesenen Büchern entstanden. Mehrere Bücher wurden sogar zu Wandbildern zusammengefügt oder Tische und Stühle mit Seiten dekorativ beklebt. Ein Paradies für lesefreudige Menschen.

Bollinger hatte das Basteln von Lesemäusen und Leseeulen vor geraumer Zeit bereits im Ferienprogramm der Jugendpflege angeboten. Der Zuspruch der Kinder war so groß, dass sogar zwei Termine zustande kamen. Gemeinsam bastelte, faltete und leimte sie mit Coldehoff in den vergangenen eineinhalb Jahren in jeder freien Minute. Das Interesse an ihrer »BuchKunst« testeten beide im vergangenen Jahr auf dem vorweihnachtlichen Kreativ-Markt zum Wohle des Schulsozialfonds der Karl-Weigand-Schule. Damals wurde auch die Idee einer eigenen Ausstellung mit Verkaufsmöglichkeit geboren, die nun in der Reihe »Florstadt kulturell« umgesetzt wurde.

Die städtische Kulturbeauftragte Karola Backes-Richter zeigte sich ebenso begeistert von der Vielfalt der Kunstgegenstände wie Bürgermeister Herbert Unger, der die Eröffnung am Samstagvormittag für Dankesworte an beide Künstlerinnen nutzte. Besonders hob er hervor, dass Bollinger seit geraumer Zeit speziell gefaltete Rilke-Gedichtbände mit romantischer Literatur als Präsente für frisch vermählte Ehepaare gestaltet. »Das ist eine ganz tolle Idee, und diese Unikate kommen sehr gut an«, wussten Backes-Richter und Unger aus eigener Erfahrung als Standesbeamte zu berichten.

Weil mit der Ausstellung gezeigt werden sollte, dass Bücher ganz besondere Gegenstände sind, aus denen auch vorgelesen werden kann, bat Bollinger nicht nur an den kreativen Basteltisch, sondern bot am Samstagnachmittag gleich zwei Bilderbuchkinos für kleine und große Besucher an: »Der Wolf, der aus dem Buch fiel« und »Von der Idee zum Buch«. Am Sonntag steuerte Andreas Arnold Passagen aus »Die Stadt der träumenden Bücher« und »Das Labyrinth der träumenden Bücher« bei.

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