14. Juni 2019, 17:00 Uhr

Bahnunterführung

Brücke zur Kaserne soll Geh- und Radweg erhalten

Im südlichen Teil der Friedberger Kaserne sollen sich Gewerbebetriebe ansiedeln. Allerdings fehlt eine Zufahrt für Lkw. Jetzt ergibt sich eine Lösung, aber die kostet eine Menge Geld.
14. Juni 2019, 17:00 Uhr
Die Bahnbrücke an der Görbelheimer Hohl in Friedberg, die Fauerbach und das Industriegebiet Süd mit dem Kasernengelände verbindet, soll verbreitert werden. Dabei wird auf Kosten der Stadt auch ein Rad- und Fußweg gebaut. (Foto: Nici Merz)

Die Görbelheimer Hohl ist gewissermaßen der Friedberger »Eisenbahnbrücken-Hotspot«. Durch gleich ein halbes Dutzend Brücken fährt man, wenn man von Fauerbach Richtung Industriegebiet Süd fährt. Wer gleich wieder nach rechts Richtung Raiffeisen Waren-Zentrale abbiegt, durchquert eine weitere Bahnbrücke. 7,52 Meter ist sie breit, für Lkw-Gespanne oder Feuerwehrfahrzeuge ist das knapp, für einen Radweg reicht das nicht. Da die Brücke sanierungsbedürftig ist, hat die DB Netz AG angekündigt, sie im Jahr 2022 zu erneuern. Für die Stadt Friedberg ist das die Chance, die Brücke zu verbreitern.

Die Brücke sei in einem »baulich sehr schlechten Zustand«, teilt die DB mit. Der Beton des Überbaus und der Widerlager sei brüchig. Werde die Brücke nicht erneuert, müsse sie in absehbarer Zeit gesperrt werden. Die Sanierung gibt der Stadt nun die Chance, das geplante Gewerbegebiet in der Kaserne besser zu erschließen und gleichzeitig das Radverkehrsnetz zu verbessern.

Sicherheit für Radfahrer

Die Brücke soll von 7,51 auf 12,95 Meter verbreitert werden. Die 12,95 Meter ergeben sich aus einer 9,20 Meter breiten Fahrbahn, einem 3,25 Meter breiten kombinierten Geh- und Radweg sowie einem Schrammbord (Sicherheitstrennstreifen) von 50 Zentimetern. Augenblick steht Fußgängern auf der Ostseite lediglich ein Schrammbord zur Verfügung. Die Brücke bei Verkehr zu passieren, ist nicht ungefährlich. Der neue Geh- und Radweg schließt sich direkt an die bestehende Rad- und Fußgängerverbindung zwischen Industriegebiet und Fauerbach an.

Die DB Netz AG hat die Kosten ermittelt. Diese belaufen sich auf rund 2,8 Millionen Euro. Da die Stadt von der (aus Sicht der Bahn nicht notwendigen) Verbreiterung profitiert, muss sie einen Anteil in Höhe von 1,9 Millionen Euro an den Baukosten übernehmen. Der Haupt- und Finanzausschuss hat eine entsprechende Vorlage der Verwaltung am Mittwoch mit 8 Ja- und einer Nein-Stimme (Linke) beschlossen. Die Stadtverordnetenversammlung muss in ihrer nächsten Sitzung am 27. Oktober noch zustimmen. Wie Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) erläuterte, gibt es rund um die Kaserne drei Bahnbrücken. Alle zu sanieren, könne sich die Stadt nicht leisten.

Nur einer stimmt dagegen

Der Vorschlag der Stadtspitze, die Brücke zu verbreitern, wurde seitens der Ausschussmitglieder überwiegend begrüßt. »Für die Kaserne ist das notwendig. Außerdem wollen wir den Radverkehr attraktiver machen«, sagte UWG-Fraktionsvorsitzender Friedrich-Wilhelm Durchdewald. »Für die Feuerwehr ist das ein gefährliches Eck, sehr schwer zu rangieren«, sagte Carl Cellarius (Grüne). Einzig Sven Weiberg (Linke) lehnte das Vorhaben ab. Das Geld, das sie hier ausgebe, könne die Stadt sinnvoller für andere Radwege ausgeben, meinte er. Die prompte Antwort vom FDP-Fraktionsvorsitzenden Achim Güssgen-Ackva: »Wenn man gewerbefeindlich ist, dann sagt man eben ›Nein‹.«

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