19. Juli 2019, 18:38 Uhr

Blick über den Tellerrand

19. Juli 2019, 18:38 Uhr
Die Azubis Melissa Cakal (2. v. l.), Shantel Smith (Mitte) und Nadine Klein mit Michael Bruder (l.) von der Behindertenhilfe und Ausbildungsleiter Georg Wetz. (Foto: prw)

Die angehenden Verwaltungsfachangestellten des Wetteraukreises haben während ihrer Ausbildung seit Neuestem die Gelegenheit, einige Tage in einer sozialen Einrichtung zu hospitieren. Die Anregung zu den Sozialtagen kam von Landrat Jan Weckler nach einem Besuch bei der Behindertenhilfe Wetterau. In die Tat umgesetzt wurde sie von Nadine Klein, Melissa Cakal, Tatjana Sawatzki und Shantel Smith. Im April waren die vier Azubis des ersten Ausbildungsjahres drei Tage in der Behindertenwerkstatt in Ockstadt.

»Es ist ein richtiger Arbeitsplatz, keine Spaßbetreuung«, räumt Michael Bruder, Leiter des Arbeitsbereichs, gleich zu Beginn mit einem Vorurteil auf. 150 Frauen und Männer - sie werden hier Klienten genannt - stellen Platinen her, zählen zahnmedizinische Utensilien ab, verpacken bedruckte Kleidung, bauen Teile von Bürostühlen zusammen und vieles mehr. Die meisten arbeiten selbstständig, unterstützen sich gegenseitig.

Alle seien offen und liebenswert, stellten die vier Auszubildenden fest. Die Klienten hätten ihre Tätigkeit mit Freude erklärt. Durch diese Offenheit habe man sich schnell kennengelernt. Alle gingen sehr sozial miteinander um, nähmen Stimmungsschwankungen ihrer Mitmenschen äußerst intensiv wahr und ließen sich leicht von den Gefühlen anderer anstecken. Die meisten seien stolz auf ihre Arbeit. Tatjana Sawatzki erzählt: »Einige leben in Wohnheimen oder bei Familienmitgliedern. Ein Klient erzählte mir, dass er kürzlich in eine Mietwohnung gezogen ist und nun alleine lebt. Er ist glücklich darüber und findet es toll, alleine im Lebensmittelgeschäft einzukaufen. Ich konnte spüren, wie glücklich ihn diese Eigenständigkeit macht und wie wichtig es für ihn ist, nicht dauerhaft auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein.« Großen Respekt habe man vor den Betreuern, denn die Arbeit, die sie dort leisteten, sei nicht nur körperlich, sondern auch psychisch sehr anspruchsvoll, so das Fazit der Azubis.

Landrat Weckler will die Sozialtage für die angehenden Verwaltungsfachangestellten weiterführen: »Die Sozialtage helfen unseren Auszubildenden, einen Blick über den Tellerrand zu bekommen. Außerdem ist es auch ein Beitrag zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung.«

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