04. September 2019, 20:47 Uhr

Bildungsforum warnt Politiker

04. September 2019, 20:47 Uhr

Das Bildungsforum Friedberg nimmt in einer Pressemitteilung Stellung zu zwei öffentlich diskutierten Kultur- beziehungsweise Bildungsinstitutionen, »die nach unserer Auffassung unverzichtbar für die Stadt Friedberg sind«. Es geht um das Theater Altes Hallenbad und das Staatliche Schulamt für den Wetteraukreis und den Hochtaunuskreis.

»Zugegeben: Uns sind in beiden Fällen die komplexen Hintergründe nicht vollkommen bekannt. Nachdem aber in der Presse die weitere Existenz beider Einrichtungen infrage gestellt wurde, halten wir jetzt ein klares Wort der politisch Verantwortlichen für unbedingt notwendig, heißt: Altes Hallenbad und Staatliches Schulamt sind unverzichtbar für das Profil der Stadt Friedberg, die sich durch Parlamentsbeschluss selbst als Bildungsstadt definiert hat und zugleich Kultur als Standortfaktor zur Identitätsprägung versteht«, schreibt das Bildungsforum.

In diesem Sinne habe sich Friedberg in den vergangenen zehn Jahren positiv verändert. Dies nicht zuletzt durch ein über Stadt und Region hinaus als vorbildhaft angesehenes bürgerschaftliches Engagement des Vereins Theater Altes Hallenbad. Dieser habe mit enormen Anstrengungen, durch die Spendenbereitschaft der Bürger und durch Unterstützung seitens der Stadt nicht nur ein Kulturdenkmal vor dem Zerfall bewahrt, sondern zugleich ein Kulturangebot ermöglicht, das durch seine Breite, Qualität und Kontinuität schon längst eine feste Größe in Stadt und Region sei.

»So gesehen wäre es unverständlich, wenn nun durch die Verweigerung von Finanzmitteln ein Vorhaben zum Stillstand käme, ja im schlimmsten Fall sogar noch ganz scheitern würde, in das die Stadt selbst schon erheblich investiert hat«, heißt es weiter in der Pressemitteilung. »Genauso schlimm: Es wäre dies zugleich ein Zeichen, das im Hinblick auf ein Bürgerengagement bei dem jetzt anlaufenden ISEK-Prozess absolut demotivierend wirken würde.«

An Einsatz vor acht Jahren erinnert

Was den Standort für das Schulamt betrifft, so erinnert das Bildungsforum daran, dass dieser Standort bereits vor acht Jahren gefährdet schien - damals wegen der Überlegungen des Landes zur Neuordnung der Schulämter. Seinerzeit hätten der damalige Landrat Joachim Arnold, der damalige Friedberger Bürgermeister Michael Keller und das Bildungsforum gemeinsam eine Resolution ans Kultusministerium gesandt, in der sie die Bedeutung dieser zentralen Lehrerbildungseinrichtung für Friedberg deutlich gemacht hätten. Friedberg sei eine von Schulen geprägte Stadt, in der das Schulamt in vielfältiger Weise stets ein wichtiger Partner gewesen sei. Zugleich biete Friedberg mit annähernd 70 Bildungseinrichtungen »ein höchst differenziertes, anregendes Umfeld für das Amt selbst«

Das Bildungsforum zitiert aus dem Schreiben von 2011 - mit dem Verweis, dass die Argumente von damals auch heute noch gelten würden: »Nach unserer eindeutigen Auffassung hat sich das Schulamt hier vor Ort - insbesondere als Ansprechpartner bei Lehrkräften, Eltern, Schülern, Vereinen und anderen Behörden - bewährt… Wir können nach einer langen Zeit der Kooperation und des persönlichen Kennenlernens nicht gleichgültig sein, angesichts der persönlichen und familiären Probleme, die mit der Verschiebung der Arbeitsplätze verbunden wären.«

Das Scheitern des Projektes Altes Hallenbad und der Weggang des Staatlichen Schulamts wären nach Ansicht des Bildungsforums »ein erheblicher Image- und Prestigeverlust für die Stadt Friedberg. Wir hoffen, dass die politisch Verantwortlichen der Stadt die Auffassung der Bürgerinitiative (!) Bildungsforum teilen und entsprechende Entscheidungen treffen werden.«

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