21. August 2017, 20:28 Uhr

Bereit für Boombranche

21. August 2017, 20:28 Uhr
Neun Maurer und vier Holz- und Bautenschützer sind gerade von der Innung des Bauhandwerks für den Wetteraukreis freigesprochen worden. (Fotos: dpa/sax)

13 Junggesellen des Bauhandwerks sind am Donnerstag im Bürgerhaus Nidda freigesprochen worden. »Alle Mühen haben sich gelohnt«, gratulierte Obermeister Thomas Jüngel den Junggesellen zur bestandenen Prüfung. Dabei mahnte er, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen. »Es wird im weiteren Leben darauf ankommen, was Sie daraus machen.« Jüngel hob die Qualität der Ausbildung in Deutschland auch im Vergleich zu anderen Ländern hervor. Deshalb genieße deutsches Handwerk international einen herausragenden Ruf.

»Wir brauchen junge Menschen, die zielstrebig vorangehen. Sie zeigen täglich, was das Handwerk kann«, sagte Andreas Brieske, Vizepräsident der Handwerkskammer Wiesbaden. Die Bauwirtschaft sei auf gut ausgebildete Handwerker angewiesen, weil die Projekte stetig komplexer und die gesetzlichen Vorschriften anspruchsvoller würden.

Erster Stadtrat Becker betonte, die jungen Menschen hätten im Bauhandwerk eine gesicherte Zukunft vor sich. »Neben den Neubauten wird auch die Sanierung von bestehenden Gebäuden an Bedeutung gewinnen.« Bei der Stadt erlebe er immer wieder, wie gut die Auftragslage im Handwerk sei. Es sei schwer, überhaupt Handwerker zu bekommen, und bisweilen hätten die Preise ein Niveau erreicht, dass Aufträge zu diesen Bedingungen nicht vergeben werden könnten.

Kreishandwerksmeister Werner Ulowetz sagte, das Bauhandwerk habe sich in allen Krisen als beständiges Fundament der Wirtschaft bewährt. »Im Handwerk gibt es Potenzial, sein Leben und seine Familie zu gestalten.« Daran knüpfte Dr. Friedrich Remes, Bundesgeschäftsführer des deutschen Holz- und Bautenschützerverbands, an. Diesmal hätten nur vier Holz- und Bautenschützer ihren Gesellenbrief bekommen. Vor zehn Jahren, als diese Ausbildung geschaffen wurde, seien es noch 20 Junggesellen gewesen.

Dieser Rückgang sei durch die Zunahme des Anteils der Schüler eines Jahrgangs, die Abitur machen, zu erklären. Vor zehn Jahren habe diese Quote noch bei 30 Prozent gelegen, heute sei sie bei 51, in Hamburg sogar bei 57 Prozent. »Dem Handwerk gehen die Gesellen aus, und die Hochschulen platzen aus allen Nähten«, analysierte er. »Danken Sie Ihren Eltern, dass sie nicht dem Wahnsinn verfallen sind, ihr Kind müsse Abitur machen.« Das lohne sich auch für die Junggesellen. Sie stiegen früher mit guten Einkommenschancen ins Berufsleben ein als die Studenten. »Auf der Straße bekomme ich ruckzuck fünf Betriebswirte und fünf Rechtsanwälte, aber keinen Facharbeiter und erst recht keinen Bautenschützer.«

Bei der Übergabe der Gesellenbriefe wurden Lukas Klingelhöfer als Maurer mit der besten Prüfung und Kamil Karon als bester Holz- und Bautenschützer ausgezeichnet.

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