12. Oktober 2017, 06:00 Uhr

Sicherheit für Senioren

Berater warnt vor den Tricks der Gauner

Wolfgang Obermann ist mit 79 Jahren selbst ein Senior, aber ein sehr aktiver: Der Friedberger ist ehrenamtlicher Sicherheitsberater für Senioren und zeigt, wie man sich gegen Gauner schützt.
12. Oktober 2017, 06:00 Uhr
Ob Einbruch oder Verkehrssicherheit: Wolfgang Obermann gibt Tipps für Senioren.

Seit 15 Jahren ist Wolfgang Obermann ehrenamtlicher Sicherheitsberater für Senioren. Er hält Vorträge, berät andere Senioren auf Messen und ist Ansprechpartner, wenn es um Fragen zu Trickdiebstahl, Einbruch oder Verkehrssicherheit geht. Während seiner beruflichen Laufbahn arbeitete Obermann als technischer Berater bei der Bundesanstalt für Arbeit, beriet behinderte Menschen bei der Einrichtung ihres Zuhauses und des Arbeitsplatzes.

Beratung bietet Obermann auch heute noch an. Bei seinem ehrenamtlichen Engagement warnt er in Zusammenarbeit mit der Polizei andere Senioren vor Dieben und Gaunern. »Zwischen Rentnern entsteht schneller ein Kontakt«, weiß Obermann.

Wie lange soll man Auto fahren?

Auf Messen wie der Seniorenmesse in Butzbach werde er oft auch von Kindern oder Enkeln angesprochen. Hier sei die häufigste Frage: »Kann Opa noch sicher Auto fahren?« Reden bringe oft nichts, weiß Obermann. Schließlich bedeutet das Auto für viele doch ein Stück Unabhängigkeit. »Der TÜV Gießen bietet einen Fitness-Check an. Das Ergebnis wird nur dem Fahrer persönlich mitgeteilt, nicht der Familie und den Behörden«, weiß Obermann.

Gemessen an den gefahrenen Kilometern verursachten Senioren mehr Unfälle, viele hörten das nicht gerne. »Über das Thema Auto kann man mit Frauen besser sprechen.« Wenn er einen Vortrag zum Thema Verkehrssicherheit halte, seien kaum Männer anwesend, erzählt Obermann. Bei diesen Vorträgen gibt es auch Tipps für Fußgänger: Gerade Senioren seien in den Wintermonaten oft zu dunkel gekleidet und für Autofahrer schlecht zu sehen. Er rät, »Farbe ins Äußere zu bringen« und zusätzlich reflektierende Schnapparmbänder zu tragen. »Die Bänder kann man auch am Rollator anbringen, so ist man schon von Weitem gut zu sehen.«

Ein selbstbewusster Gang hilft

Zum Schutz vor Taschendiebstahl sagt Obermann: »Man kann vieles selbst bewirken, ein selbstbewusster Gang oder Leute direkt anschauen.« Damit man nicht schon äußerlich als Opfer erscheint. Außerdem rät er, wenig Bargeld und nur kleine Scheine bei sich zu tragen. Große Scheine ragten oft aus der Geldbörse und seien für Diebe sofort zu erkennen. »Die Börse nie in die Einkaufstasche legen«, Trickdiebe böten an, schwere Taschen zu tragen und entwendeten dann das Geld. »Auf Urlaubsreisen ist der Brustbeutel immer noch die beste Lösung.«

Um Wertgegenstände wie Schmuck, Kameras oder Mobiltelefone zu schützen, biete sich die Gravur einer FEIN-Nummer an, sagt Obermann. »Eine Gravur kann schwer entfernt werden, das macht es für Diebe uninteressant.«

Vorsicht vor dem »Enkeltrick«

Aktuell seien wieder Banden mit dem »Enkeltrick« oder Variationen davon unterwegs. Daher rät Obermann davon ab, mit vollem Namen im Telefonbuch zu stehen, da so gerade bei Frauen ersichtlich sei, dass sie alleine lebten. »Auch vierstellige Nummern weisen auf ältere Menschen hin, man kann aber eine neue beantragen.« Besser sei es, keinen Eintrag zu haben, Freunde und Bekannte wüssten die Nummer ohnehin.

Zum Thema Einbruchsdiebstahl rät der Sicherheitsberater: »Machen Sie aus Ihrem Haus keine Festung.« Gitter vor den Fenstern zeigten, dass etwas zu holen sei. Besser seien Fensterschlösser und elektrische Rollläden. Und günstiger als eine neue Haustür sei es, zusätzliche Sperrriegel nachzurüsten.

 

Die Sicherheitsberater für Senioren suchen dringend neue Mitstreiter. Wer sich für das Ehrenamt interessiert, kann sich bei Gerd Breukel (Tel. 0 60 35/33 37) oder Helmut Richter (0 60 03/82 94 72) melden.

 

 

Infokasten

Beratungen und Vorträge

Seit 1993 gibt es die Sicherheitsberater für Senioren im Wetteraukreis. Sie gehören dem Seniorenbeirat an und arbeiten eng mit der Polizei zusammen. In Schulungen erhalten sie Informationen über kriminelle Entwicklungen und Möglichkeiten der Prävention. Sie beraten zu verschiedenen Kriminalitätsphänomenen, zur Sicherheit im eigenen Zuhause und im Straßenverkehr. Für Vorträge können sie über die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Wetteraukreises engagiert werden. Die Beratungsstelle bietet kostenlose Hilfe zum Thema Einbruchssicherheit für Haus- und Wohnungseigentümer an (Infos bei Sylvia Jacob Tel. 0 60 31/60 11 53). Auch die persönliche FEIN-Nummer kann man bei den Sicherheitsberatern oder der polizeilichen Beratungsstelle erfragen. (isi)

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