01. August 2018, 21:02 Uhr

Beinbehaarung und Hosen-Skandal

01. August 2018, 21:02 Uhr
Bereits am ersten Tag haben Frederike von Bothmer und Setheana Amoah Kunstwerke zum Thema Gleichberechtigung fertiggestellt. (Foto: lod)

Das Junity ist in dieser Woche ein großes Atelier. 15 Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren versuchen sich bei der »Girls Art Week«, einer kreativen Mädchen-Kunst-Woche, als Künstlerinnen. Die Woche steht unter dem Motto »Wir haben die Wahl«, wird doch in diesem Jahr »100 Jahre Frauenwahlrecht« gefeiert.

»Eigentlich sollten wir doch alle gleich sein. Gleichberechtigung finde ich unglaublich wichtig«, sagt Setheana Amoah. Die 15-jährige Friedbergerin hat gleich am ersten Tag ein Kunstwerk fertiggestellt. Vier dünne quadratische Spanplatten hat sie mit den Zeichen für Männer und Frauen, beiden vereinten Symbolen sowie dem Wort »equal« (zu deutsch: gleich) bemalt.

Die ein Jahr ältere Frederike von Bothmer hat bereits zwei Bilder fertiggestellt. Eines zeigt ihre Großmutter Charlotte von Bothmer, die als erste Frau im Bundestag eine Hose trug und als »unanständiges würdeloses Weib« beschimpft wurde. »Würdelos« hat sie ihr Werk genannt und die Hose grün herausgestellt, ebenso wie auf einer Fotografie aus einer Frauenzeitschrift, wo sie Stacheln auf die Frauenbeine gemalt hat. »Viele stören sich an der Beinbehaarung von Frauen, bei Männern sagt keiner was«, erläutert die Burgschülerin ihr Bild »angestachelt«.

Überall im Junity-Saal wird gewerkelt. Im Freibereich wird mit Farben gesprüht, während Lucy Bommersheim aus Assenheim die Buchstaben für den Satz »We can do it« (Wir können es tun) aus einem bekannten Frauenrechtsplakat für eine Schablone herausstanzt. »Das Thema ist ganz wichtig. Ich male gerne in der Gruppe«, sagt die Zwölfjährige. Ihr gegenüber sitzt Romana-Luisa Schweigkofler. Die 15-Jährige beginnt gerade mit Skizzen für ihr Fotoprojekt, in dem sie Szenen zum Thema Gleichberechtigung darstellen möchte. »Ich will aufzuzeigen, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind, und was da alles möglich ist.« »Ich bin sehr gespannt, was bei der Vernissage am Freitag gezeigt wird«, sagt Anne Siegmund, pädagogische Mitarbeiterin im Junity mit den Arbeitsschwerpunkten Kunst, Erlebnispädagogik und Mädchenarbeit. Sie leitet die vom Junity und der Antifaschistischen Bildungsinitiative initiierte Woche, die im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Unterstützt wird Siegmund von den beiden Studentinnen Tabitha Koyuncu und Nele Dücker. Mit dem umstrittenen Bild »Dinner Party« von Judy Chicago führte Siegmund die Gruppe in das Thema ein. Chicago hat sich in den 70er Jahren mit den Protagonistinnen der amerikanischen Frauenbewegung auseinandergesetzt und diese mit viel Symbolik als unterschiedliche Gedecke in Vagina-Form dargestellt.

Rote Farbe fürs Protestbanner

Die Symbolik ist auch ein Schwerpunkt in den Kunstwerken der Gruppe, die gemeinsam ein Protestbanner erstellen will. In roter Farbe sollen die Wünsche und Forderungen der Mädchen zu den Themen Gleichberechtigung und Frauenrechte aufgemalt werden.

Doch an den fünf Tagen wird nicht nur gemalt, gesprüht und gestaltet, sondern auch viel geredet. Und jeden Mittag wird gemeinsam gekocht. »Heute gab es Nudeln mit Gemüsesoße, gestern vegetarische Wraps«, erzählen die Mädchen, die sich darauf geeinigt haben, nur vegan oder vegetarisch zu kochen.

Die Vernissage findet am Freitag, 3. August, um 18 Uhr im Junity statt. Hierzu sind Eltern, Freundinnen und Freunde, Bekannte und alle an den Themen Gleichberechtigung und Frauenrechte Interessierte eingeladen.

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