21. Mai 2019, 20:21 Uhr

Begeistert von Land und Leuten

21. Mai 2019, 20:21 Uhr
»Himmlische Orgel« wird das Instrument aus dem Hause Klais genannt. (Fotos: pv)

Wölfersheim/Haifa (hau). Das hätte sich Hermia Schlichtmann nicht träumen lassen: Die Karwoche in Israel. Noch dazu an der besten Orgel des Landes. Und das mitten in den Vorbereitungen für die großen Jubiläumskonzerte mit ihren Chören in Ockstadt und Bergisch-Gladbach. Chorleiter-Kollege Mark Opeskin hatte SOS gefunkt: Der Organist, der ihn und seinen Chor aus Oberursel zu einer deutsch-israelischen Konzertreise begleiten sollte, brach sich kurz zuvor die Hand. Nach vielen gemeinsamen Projekten wusste er um die Klasse der katholischen Kirchenmusikerin und Chorleiterin Schlichtmann. Zwei Wochen später konnte der Gesangverein Germania Weißkirchen überglücklich seine Reise nach Israel mit Schlichtmann an Bord antreten.

Kaum wieder zurück in heimischen Gefilden, strahlt die Kirchenmusikerin aus Wölfersheim übers ganze Gesicht und man gewinnt den Eindruck, dass die überraschende Konzertreise ihr umfangreiches musikalisches Wirken zu Hause noch beflügelt hat. »Nachts am Strand habe ich das komplette Jubiläumskonzert dirigiert«, erzählt Hermia Schlichtmann ihren Sängern aus der Wetterau und aus dem Bergischen beim gemeinsamen Probenwochenende in Bad Nauheim. Das seien derart magische Momente gewesen, dass ihr ganz warm ums Herz geworden sei. »Da hat auch niemand falsch gesungen«, scherzt einer der 120 Sänger und vertieft sich wieder in die Gloria-Noten von Jenkins und Puccini. Während Schlichtmann von Israel erzählt, vom Spielen auf der »Himmlischen Orgel«, wie das kostbare Instrument aus dem Bonner Hause Klais genannt wird, gerät sie ins Schwärmen, als Musikerin und als Mensch. Besonderen Eindruck hinterließ ein Gespräch mit der Holocaustüberlebenden Hanna Tidhar. »Erzählt den Menschen zu Hause, wie Israel wirklich ist«, hatte die Gründerin der Bildungsstätte »Dialog« für interkulturelle Begegnungen gesagt. Über diese Organisation wurde die Begegnung der Chöre aus Oberursel und Haifa abgewickelt, zumal sie aus den beiden befreundeten Regionen Hochtaunus und Gilboa kommen. »In der Karwoche auf dem Palmsonntagsweg zu laufen und auf dem Ölberg zu stehen, bleibt bei einer katholischen Kirchenmusikerin nicht in den Klamotten hängen«, umschreibt Schlichtmann die emotionale Geschichtsreise. Sie habe ein blühendes Land erlebt, mit gastfreundlichen, offenen und unkomplizierten Menschen. Gesprächsthema Nr. 1: »Hoffnung für Israel«, sagt Schichtmann. »In einem derart beeindruckenden Land eine so herrliche Orgel spielen zu dürfen, hat mich tief berührt.«

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