13. November 2018, 20:53 Uhr

Beethoven im Disco-Sound

13. November 2018, 20:53 Uhr
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Von Ottwin Storck

Nach einer einjährigen Pause setzte das Blasorchester des TV Berstadt mit seinem Dirigenten Josef Retter am Samstag die Reihe ihrer Jahreskonzerte im Herbst fort. Wegen des großen Interesses hat die Gruppe ihre Vorstellungen vor einigen Jahren von der Berstädter Mehrzweckhalle in die mehr Besucher fassende Wetterauhalle im Nachbarort Wölfersheim verlegt. Auch heuer waren erneut fast alle Stühle besetzt. Die Zuhörer lauschten drei Stunden lang den Darbietungen, die das dieses Mal mit 39 Musikern plus Dirigent besetzte Orchester darbot. Des Weiteren hatte man den Sänger Gerald Dinis, »Gerry – the Voice of Elvis« zu Gast.

Das von Josef Retter zusammengestellte Programm begeisterte durchweg: Stammgäste als auch Neulinge bei dem Berstädter Blasorchester-Konzert waren überzeugt, Melodien gehört zu haben, die in der Region ihresgleichen suchen. Die Moderation übernahmen abwechselnd verschiedene Musiker der Gruppe.

Am Anfang standen die Begrüßungsworte der Abteilungsleiterin Musik im TV, Andrea Stüber. Sie sagte auch das erste Stück an: Den »Krönungsmarsch« von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Die musikalische Reise ging weiter auf die Grüne Insel Irland mit »Lord Tullamore« von Carl Wittrock.

Mit dem Walzer »Gold und Silber« von Franz Lehár wies das Orchester auf ein Stück Berstädter Geschichte hin. Nach Aussagen einiger älteren Bewohner soll die hiesige Grundschullehrern Antonia Lehár eine Großnichte des im heutigen slowakischen Komorn 1870 geborenen Komponisten gewesen sein. Aus »heimischen Gefilden« entführte Josef Retter die Zuhörer nach Los Angels mit dem Popsong »Mac Arthur Park« von Jimmy Webb, der für eine verlorene Liebe steht. Mit »Funk Attack« von Otto Schwarz gab es einen Ausflug in die Funk-Musik, die sich mit Einflüssen aus Blues, Soul und Jazz aus der afroamerikanischen Musik entwickelte. Josef Retter hatte Schwarz auf einer Musikmesse getroffen und ihm von der Absicht dieses Stück zu spielen, erzählt. Schwarz war erstaunt: »Was diesen alten Schinken wollen Sie spielen?« Auch der alte Schinken kam gut an. »Moderner« folgte »Michael Boublé in Concert« mit Sänger Gerald Dinis sowie mit »Classic meets Pop«, das Retter bearbeitet hatte und das Orchester im Berstädter Festjahr erstmals aufführte. Mit der Komposition »Liehu« von Timo Forsström starteten die Musiker in den zweiten Teil. Dass Beethovens »Fünfte« im Disco-Sound gut klingen kann, bewiesen die TV-Musiker anschließend. Auch John Newtons Amazing Grace als Cha-Cha-Cha oder Walzer ist vorstellbar und war in der Wetterauhalle hörbar.

Ghostbusters sind dabei

Das virtuose Klavierstück »Root Beer Rag« von Billy Joel bearbeitete Retter für das Jahreskonzert gelungen. Josef Retter am Altsaxofon als Freddy Mercury und Florian Bayer an der Trompete als Monserrat Caballé vor dem Hintergrund des begleitenden Orchesters bewiesen ihre individuellen Fähigkeiten bei »Barcelona«, ein Stück, das als Brücke von der klassischen zur Rock-Musik gilt. Passend zur Jahreszeit hatte Retter »Ghostbusters« als Geisterjäger von Ray Parker zum Gruseln ausgewählt.

Von der Zukunft zur Vergangenheit. »The King of Rock’n’Roll« kam ebenfalls in den Saal. Zu den verschiedensten Songs von Elvis Presley stand Gerald Dinis mit seiner markanten Stimme im Focus und brachte die Stimmung auf den höchsten Pegel. Das sollte es laut Programm gewesen sein. Jedoch Zugaben waren fällig.



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