02. Januar 2019, 22:23 Uhr

Barocke Noten geleiten ins neue Jahr

02. Januar 2019, 22:23 Uhr
Die Zugabe am Schluss des Konzerts zaubert eine fast intime Stimmung. (Foto: hms)

Mit der tänzerischen Grazie barocker Konzerte das Jahr beschließen und sich mit perlenden Tönen auf das neue einstellen – das wollten, wie seit vielen Jahren beim Silvesterkonzert, die Besucher auch diesmal in der ausverkauften Dankeskirche. Für sie hatte das Ensemble La Réjouissance ein Programm besonders seltener und schöner Werke von Händel, Telemann, Vivaldi und Mozart zusammengestellt.

Hinter dem Ensemblenamen La Réjouissance verbergen sich alte Bekannte aus Frankfurt: Swantje Hoffmann und Alexandra Wiedner-Lorenz (Violine), Silke Volk (Violine und Viola), Johannes Berger (Violoncello) und Leonhard Schelb (Flöte), der jetzt eine Professur in Köln hat. Dazugewonnen wurden Shuyuan Cheng (Violine) und Christian Undisz (Violone). Den Basso continuo an Cembalo und Truhenorgel spielte wie immer Kantor Frank Scheffler. La Réjouissance bedeutet soviel wie Freude, Fröhlichkeit, was die acht Musikerinnen und Musiker im großartig übereinstimmenden Ensemblespiel zum Ausdruck brachten. Was als fließende Wasserbeleuchtung im Kirchengewölbe zu sehen war, vollzog sich in der 3. Suite aus Händels Wassermusik als glitzerndes Tongemälde. In dieser dritten Suite wird die Traversflöte verwendet. Sie gilt als die früheste englische Komposition für dieses Instrument.

Überraschendes Flötenquartett

Georg Philipp Telemann, übrigens von Händel entdeckt, komponierte ein Konzert für vier Geigen ganz ohne Generalbass. Die vier Sätze könnten unterschiedlicher nicht sein: Ungewohntes durch die Stimmen streifendes Staccato, tänzelnde Leichtigkeit und ein fanfarenartiges Vivace geben dem Zuhörer einen vollkommen neuen Klangeindruck. Hierin zeigte sich ein Telemann, wie man ihn sonst nicht kennt.

Das folgende Flötenquartett A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart war eine ebensolche Überraschung. Beginnt der erste Satz bemerkenswert ernst, wechselt er schnell in mozartschen Übermut. Französische Einflüsse und die Leichtigkeit eines Wiener Sommers vereinen sich in einem musikalischen Spaß von großer Virtuosität des Solisten Leonhard Schelb. Italienischen Charme hingegen versprühte Antonio Vivaldis Konzert für Flöte, Violine, Cello und Basso continuo. Unverkennbar die technische Verwegenheit, die Vivaldi seinen Musikern in dichten Tongespinsten abforderte, dazu der feierliche Klang der Truhenorgel im Largo. Wie zarte Spinnweben, die man in ihrer Vollendung bewundert, erklang das Werk in der Interpretation von La Réjouissance.

Die große Stärke des Ensembles ist die Vielseitigkeit seiner Zusammensetzung. So traten im Doppelkonzert c-Moll für Violine, Violoncello-Streicher und Basso continuo von Georg Friedrich Händel Swantje Hoffmann und Johannes Berger in einen munteren Dialog. Es war eine Freude, den beiden zuzusehen, wie sie sich neckend die Themen zuwarfen, sich wieder besannen und miteinander ringend in kräftigen Strichen ihr Instrument präsentierten. Die Zugabe aus Händels Wassermusik zauberte zu guter Letzt eine fast intime Stimmung, die dazu angetan war, mit dankbaren und guten Gedanken ins neue Jahr zu gehen.

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