01. März 2019, 13:00 Uhr

Fußgängerunterführung nach Fauerbach

Bahntunnel: Politiker fordern Unterlagen an

Ein Fußgängertunnel im Bahnhof Friedberg bis nach Fauerbach würde Millionen kosten. Doch wie viel genau? Die Grünen lassen nicht locker, wollen mehr Hintergrundinformationen.
01. März 2019, 13:00 Uhr
Der Friedhof-Parkplatz hinter dem Tegur-Markt in der Fauerbacher Straße: Hier könnte der Fußgängertunnel eventuell enden, genaues weiß man aber nicht. (Foto: Wagner)

Viele Kommunalpolitiker halten es für unwahrscheinlich, dass die Bahn den Fußgängertunnel im Friedberger Bahnhof bis nach Fauerbach verlängern wird. Nach Angaben der Bahn würde der Bau mehrere Millionen Euro kosten. Das Bürgerbündnis »WIR« bezweifelt das, und auch die Friedberger Grünen wollen nicht locker lassen. In der Stadtverordnetenversammlung beantragten sie, der Magistrat solle ermitteln, wie hoch die Kosten wären und was beim Bau zu beachten sei.

Seit er in Friedberg wohne, höre er immer wieder das Versprechen, der Fußgängertunnel im Bahnhof werde bis Fauerbach verlängert, sagte der Grünen-Stadtverordnete Bernd Stiller. »Es ist höchste Zeit, die Diskussion ins Stadtparlament zu bringen.« Und zu klären, wie hoch die möglichen Kosten denn tatsächlich sind. Gibt es bautechnische Einschränkungen? Was ist beim Bau zu beachten? Wie groß etwa ist der Höhenunterschied zwischen dem Bahnhofstunnel und dem Straßenniveau in Fauerbach? Gibt es Skizzen, Gutachten und Konzepte zum Tunneldurchstich aus vergangenen Jahren? Und welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es, einschließlich möglicher Zuschüsse?

Das wollen die Grünen wissen. »Der Magistrat muss die Fakten zusammentragen«, sagte Stiller. »Lasst uns Fauerbach ein Stück näher nach Friedberg holen.«

Der Tunnel sei ein »Wunschtraum, der nicht erfüllt werden könne«, entgegnete der FDP-Fraktionsvorsitzende Achim Güssgen-Ackva. Er sprach von einem »riesigen Verwaltungsaufwand, und nachher heißt es wieder: Wunderschön, geht aber leider nicht.«

 

Zweifel bei FDP und UWG

 

Auch die UWG zweifelte den Antrag an. Die letzte Kostenschätzung vor zehn Jahren habe bei 2,5 Millionen Euro gelegen, erinnerte Winfried Ertl: »In zehn Jahren, wenn das irgendwann mal möglich sein sollte, sind es vielleicht 8 oder 10 Millionen.« Sein Fazit: »Das ist ein illusorisches Projekt, das alle paar Jahre hochkommt. Es ist nicht realisierbar und der Kosten-Nutzen-Effekt wäre gering.« Ricardo Herbst (Linke) schlug als Alternative eine Brücke über die Bahngleise vor. »Das wäre einfacher zu realisieren.« Diese Idee fand Dr. Klaus-Dieter Rack (SPD) »sehr apart«: »Mit einem Aufzug, wie in Marburg, würde eine Brücke älteren Menschen den Zugang zu den Einkaufsmärkten erleichtern.«

Bernd Messerschmidt sprach die Vermutung aus, die UWGler seien ja wohl »die einzigen, die hier ein bisschen Vernunft walten lassen« und rechnete vor, dass der Tunnel, würde er gebaut, genau zwischen den beiden vorhandenen Bahntunneln liegen würde, in einem Abstand von vielleicht 500 Metern. Und dafür sollten Millionen ausgegeben werden? »Das sind alles nur Spekulationen«, äußerte Olaf Beisel (CDU). Um dies beurteilen zu können, benötige man entsprechende Unterlagen von der Verwaltung.

Bei Gegenstimmen von FDP, UWG und einem SPD-Stadtverordneten wurde der Grünen-Antrag angenommen. Die Diskussion um einen Fußgängertunnel nach Fauerbach geht weiter.

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