24. September 2019, 18:53 Uhr

BI mahnt Fortschritte an

24. September 2019, 18:53 Uhr
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Aus der Redaktion

Fast ein Jahr ist es her, dass die Stadtverordneten beschlossen, auf eine Wohnbebauung am Sprudelhof zu verzichten. Die BI »für einen zügigen Thermenneubau ohne Reihenhausbebauung« fragt nun, wo denn das städtebauliche Gesamtkonzept bleibe. 100 000 Euro stünden Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) hierfür zur Verfügung. »Leider hat man seitdem nichts mehr gehört«, schreiben die BI-Sprecher Dr. Erik Meyer und Anne Schneider in einer Pressemitteilung. Die BI erinnert an ihr eigenes städtebauliches Gesamtkonzept, das man im Dezember 2018 an alle Bad Nauheimer Politiker verteilt habe. Kreß müsse endlich seine Pläne öffentlich machen.

Das gelte vor allem in Sachen Kulturzentrum. »Wir lehnen die Überfrachtung des Badehauses 3 mit den geplanten Nutzungen städtische Spielstätte, städtische Bücherei, Haus des Gastes, Jugendstilzentrum sowie Stiftungs- und Kuratoriumsbüro vehement ab. Die notwendigen Eingriffe in die Bausubstanz überfordern das einmalige Denkmal.« Der für Bad Nauheim bedeutende Jugendstilverein würde in drei winzige Badezellen »verbannt« werden. Dem Charakter des Sprudelhofs würde laut BI eher entsprechen, wenn dort »ein großzügiges Jugendstilzentrum entstehen würde, ergänzt um einen attraktiven Gastronomiebetrieb«.

Die BI will das »extrem teure« Kulturzentrum (inzwischen gehen die Planungen von 3 Millionen Euro allein für die städtische Spielstätte) verhindern. Meyer und Schneider kritisieren auch, dass das Kuratorium der Stiftung Sprudelhof geheim tagt. »Wir haben uns vorgenommen, die Geheimniskrämerei in diesem für die Entwicklung unserer Stadt überaus wichtigen Gremien möglichst schnell zu beenden.«

Bürgerbeteiligung und Transparenz

Als »attraktive und kostengünstige Alternative« zum Kulturzentrum im Badehaus 3 sieht die BI den Bad Nauheimer Bahnhof. Der Investor habe der Stadt einen vorteilhaften Nutzungsvorschlag gemacht, nämlich die Errichtung eines Kulturbahnhofs »zu wirtschaftlich sehr günstigen Bedingungen«, wie die BI schreibt. Leider werde dies von einer Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt. »Wir als Initiative setzen uns engagiert für die Verwirklichung des Konzepts eines Kulturbahnhofs ein.« Während der Diskussionen über das städtebauliche Gesamtkonzept habe Bürgermeister Kreß mehrfach Bürgerbeteiligung und Transparenz angeboten. »Dies umzusetzen, fordern wir jetzt mit Nachdruck ein.«

Andere Bürgermeister seien weiter. Die BI nennt Guido Rahn aus Karben, der seinen Bürgern ein Online-Petitionstool anbietet, wo diese ihre Meinung äußern können. Die Stadt verpflichte sich bei Erreichen eines Quorums, sich mit den Anliegen der Bürger zu befassen. Auch Bad Vilbel, Friedberg und Neu-Anspach stünden mit ähnlichen Projekten in den Startlöchern.

»Für Bad Nauheim besteht an dieser Stelle eindeutig Nachholbedarf«, meinen Meyer und Schneider. »Deshalb fordern wir die Stadt auf, unverzüglich ein Bürgerforum einzurichten, das es ermöglicht, direkt und unkompliziert zu wichtigen Projekten des Rathauses Stellung zu nehmen. Als erste Themen werden seitens der BI vorgeschlagen: Gestaltung des Sprudelhof-Umfeldes, Kulturbahnhof statt Kulturzentrum im Badehaus 3 und »Aufhebung der Geheimniskrämerei für die Sitzungen des Kuratoriums der Stiftung Sprudelhof«.



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