18. September 2017, 11:00 Uhr

Strassenkunst

Ausstellung in Schaufenstern

Musiker, Eishockey-Spieler, Handwerker, Einzelhändler – die Ausstellung »Gesichter der Wetterau« Woche zeigt einen Ausschnitt der in der Wetterau lebenden Menschen. Zu sehen sind die Bilder der Fotografen Dieter Glogowski und Andrea Nuss in Friedberger Schaufenstern.
18. September 2017, 11:00 Uhr
Die Schaufenster-Ausstellung »Gesichter der Wetterau« zeigt die Vielfalt des Zusammenlebens in der Wetterau. Ulrike von Bothmer kennt die Geschichten hinter den Fotos. (Foto: isi)

Nach dem Hissen der Flagge zur Internationalen Woche wurde die Ausstellung am Freitag von Johannes Hartmann, Vorsitzender des Internationalen Zentrums, eröffnet. Ulrike von Bothmer, die die Interviews mit den fotografierten Gruppen führte und die Bildtexte verfasste, erzählte bei einer Begehung viele interessante Geschichten über die abgebildeten Menschen.

Auch die Hintergründe des Fotoprojekts erläuterte sie. 2016 sei im Verein die Idee entwickelt worden, »da das Thema Zuwanderung zunehmend problematisiert wurde. Daher haben wir die Lebensläufe verschiedenster Menschen aufgegriffen«, sagte von Bothmer. Ziel der Ausstellung sei es, aufzuzeigen, wie selbstverständlich das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft in der Wetterau sei und dies ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Mit dem Projekt wolle das Internationale Zentrum den Ängsten vor Zuwanderung und Überfremdung die positiven Facetten eines interkulturellen Miteinanders gegenüberstellen.

Herkunft spielt bei uns keine Rolle. Um eine starke Mannschaft zu sein, müssen wir als Gemeinschaft agieren

Spieler des EC Bad Nauheim

Freundeskreise, Familien, Kollegen, Schulkameraden, Vereinsgruppen zeigen die zahlreichen Berührungspunkte dieser Menschen im Alltag. Namen, Geburtsort, Alter und Beschäftigung sowie ein kurzer Text bieten eine Erläuterung zu den abgebildeten Personen. So zeigt ein Foto Mitglieder des Friedberger Karnevalsvereins »Schwarze Sieben«, mit dem Zitat »Fünf Generationen, zusammengewachsen im Verein, verbindet gemeinsames Lachen und närrisch sein.« Der Karnevalsverein sei 1957 als katholischer Verein gegründet worden, sagte von Bothmer, »heute ist der Verein offen für alle, unabhängig von Konfession und Herkunft«.

Ein weiteres Foto bildet zwei Eishockeyspieler des EC Bad Nauheim ab, Jan Guryca aus Frankreich und Joel Johannson aus Schweden. Ihr Zitat: »Herkunft spielt bei uns keine Rolle. Um eine starke Mannschaft zu sein, müssen wir als Gemeinschaft agieren.« Der EC sei einer der ältesten Eishockeyvereine Deutschlands. »Viele Spieler kommen aus ganz Europa für die Saison nach Bad Nauheim«, sagte von Bothmer.

Rund 50 Fotografien sind in den Schaufenstern zu sehen. Man wolle mit diesem Projekt nicht sagen, dass alles unproblematisch sei, betonte von Bothmer. »Wir wollen bewusst machen, wie vielfältig die Wetterau ist und möglichst viele Aspekte aufzeigen: Einheimische, genauso wie Heimatvertriebene oder Geflüchtete, durch alle Altersstufen und alle gesellschaftlichen Schichten.«

 

Das Ausstellungsprojekt, das über Spenden und Bildpatenschaften finanziert wurde, ist noch bis zum 7. Oktober in den Friedberger Schaufenstern zu sehen, entlang der Kaiserstraße, in der Bismarckstraße und an der Schnurgasse/Wolfengasse. In der Adventszeit werden die Fotografien in der dortigen Stadtkirche gezeigt.

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