05. Juni 2019, 21:06 Uhr

Ausschankbrunnen wird restauriert

05. Juni 2019, 21:06 Uhr
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Aus der Redaktion
Der Ausschankbrunnen soll denkmalgerecht restauriert werden. Vorher genehmigen sich (v. l.) Volkmar Dörn (Kur- und Servicebetrieb), Klaus Kreß, Brunnenmädchen Christina Ponto, Jan Weckler und Steffen Schneider (Kur- und Servicebetrieb) noch einen Schluck Wasser.

Als authentisches Zeugnis der Trinkkur soll der Ausschankbrunnen der Trinkkuranlage restauriert werden. Landrat Jan Weckler hat dieser Tage einen Zuschuss in Höhe von 1000 Euro für die Erstellung eines Konzeptes bewilligt, auf dessen Basis die Restaurierungsarbeiten umgesetzt werden sollen, wie es in einer Pressemitteilung aus der Kreisverwaltung heißt.

Charakteristisch für die 1910/11 errichtete Trinkkuranlage ist die sich kongenial mit der städtebaulichen Situation verbindende Architektur. »Als Ort der Kontemplation zeigt sich die Trinkkuranlage als nach außen geschlossen und nach innen ursprünglich weitgehend offene Stätte der Begegnung. Mit einer Architektur der Einbindung in die Umgebung, der Freiflächen bis hin zur Bauplastik und der Ausstattung bis ins Detail ist der Gebäudekomplex der Trinkkuranlage ein beeindruckendes und international beachtetes Beispiel der Jugendstilarchitektur.«

Aus Sicht des Denkmalschutzes müsse dieses Kulturdenkmal als herausragende geschichtliche Quelle mit dem ganzen noch vorhandenen Reichtum seiner Authentizität erhalten werden, erläuterte Weckler im Gespräch mit Bürgermeister Klaus Kreß.

Allerdings ist im Laufe des vergangenen Jahrhunderts einiges von der wertvollen Ausstattung verlorengegangen. So gab es neben dem Kurbrunnen und dem Ausschankbrunnen noch sechs kleinere Quellenauslässe im Bereich der ehemals offenen Wandelgänge. Auch die Gurgelräume mit ihrer originalen Ausstattung sind nicht mehr erhalten. Der Ausschankbrunnen weist erhebliche Schäden auf. Originalbecken fehlen, die wertvollen Scharvogel-Fliesen sind zum Teil gerissen, abgeplatzt oder fehlen ganz. Besucher, die noch immer von den Quellen Bad Nauheims kosten können, sollten aber auch künftig die besondere Ausgestaltung erleben können, heißt es im Schreiben des Wetteraukreises.

»Ich bin froh, dass sich der Kur- und Servicebetrieb der Stadt Bad Nauheim entschlossen hat, das Herzstück der Trinkhalle instand zu setzen, den Bestand zu sichern und so zu ergänzen, dass wieder ein stimmiges Gesamtbild entsteht«, äußerte sich der Landrat.

Um möglichst viel von der Originalsubstanz erhalten und sich der Historie möglichst weitgehend wieder annähern zu können, seien eine genaue Analyse des Bestandes und die Entwicklung eines qualifizierten Konzeptes zur Restaurierung erforderlich, sagte Kreß. Die Kosten hierfür liegen bei rund 13 600 Euro. Dazu will der Wetteraukreis mit dem Zuschuss aus Mitteln des Denkmalschutzes einen Beitrag leisten.

Brunnen nicht gesperrt

Wie das Rathaus mitteilt, wird der Brunnen in nächster Zeit nicht gesperrt, das Heilwasser kann weiterhin gekostet werden. Zunächst erfolgten Materialproben und eine Konzepterstellung, wie der Brunnen erneuert wird. Erst wenn es zur Sanierung des Mauerwerks kommt, könnte eine Sperrung erfolgen. Ist dies der Fall, werde das Rathaus die Bürger rechtzeitig informieren. (Foto: pm)



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