15. November 2018, 20:41 Uhr

Ausgezeichnet für die Natur

15. November 2018, 20:41 Uhr
Ausgezeichnet für ihr Engagement im Umweltschutz (v. l.): Matthias Walther, Hans-Dieter Stehr und Egon Luckey. (Foto: pm)

»Im Wetteraukreis ist der Naturschutz gut aufgestellt. Der volle Saal zeugt von dem vielfältigen Engagement«, sagte Landrat Jan Weckler am Mittwoch im Plenarsaal vor rund 150 Gästen. Dort wurde zum 39. Mal der mit 2000 Euro dotierte Umweltschutzpreis des Wetteraukreises verliehen. Ausgezeichnet wurde Jäger Hans-Dieter Stehr aus Büdingen. Die NABU-Gruppe Glauburg erhielt eine mit 500 Euro dotierte Belobigung. Im Mittelpunkt des Abends stand die Vorstellung der Tätigkeiten der Preisträger. Beim traditionellen »Interview auf dem Sofa« sprachen Weckler und Naturschutzdezernent Matthias Walther mit den Preisträgern.

Hans-Dieter Stehr aus Büdingen kam über die Jagd zum Naturschutz, engagiert sich seit über 30 Jahren in Sachen Umweltbildung, Lebensraumgestaltung und Biotopverbund – dafür erhielt er den Umweltschutzpreis.

Ein Insektenhotel als Geschenk

»Ich möchte ein Botschafter sein für die Natur und die Jagd«, sagte er. Als Jäger wolle er gestalten zum Wohle der Natur und dafür die gesetzlichen Möglichkeiten nutzen. Er zeigte Fotos aus seinem Jagdrevier im Stadtteil Wolf, wo er gemeinsam mit Landwirten artenarme Graswege zu einem blühenden Netzwerk umbauen will. »Wenn jeder ein bisschen was für die Natur macht, ergibt das in der Summe viel«, sagte er.

»Ihm gelingt es vielfach, einen Konsens zwischen allen Beteiligten zu finden, scheut es aber auch nicht, Meinungsverschiedenheiten auszutragen«, sagte Weckler. Stehrs Blick richte sich nicht nur auf die jagdbaren Wildarten, sondern er betrachtet das gesamte Lebensraumgefüge. Der Preisträger überreichte Insektenhotels an den Landrat, den Naturschutzdezernenten und an Eva Langenberg, die als Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde durch das Programm führte.

Auch Karl-Hermann Heinz und Egon Luckey, von der NABU-Gruppe Glauburg, hatten Fotos im Gepäck, um Erfolge von rund zwei Jahrzehnten praktischer Naturschutzarbeit vorzustellen. Gerade die kontinuierliche Pflege und das Abmagern von Wiesen ist einer der Schwerpunkte der NABU-Gruppe. Der Erfolg zeigt sich im Vorkommen von Orchideen und Schmetterlingen. »Wo Schmetterlinge fliegen, da ist die Welt noch in Ordnung«, sagte Heinz, der ein Auge für die kleinen Schönheiten in der Natur hat und es schafft, sie in brillanten Fotos zu dokumentieren. »Manchmal bin ich mehr auf der Wiese gewesen, als zu Hause.«

»Vor 60 Jahren zählte Bernhard Grzimek in Afrika Großtiere. Heute zählen wir in Deutschland Insekten und stellen fest: Es werden weniger«, sagte Egon Luckey und formulierte den Wunsch nach einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen amtlichem und ehrenamtlichem Naturschutz.

Naturschutzdezernent Walther überreichte die Urkunde: »Unabhängig von auf Papier gedruckten Nachhaltigkeits- und Biodiversitätsstrategien haben die Aktiven der NABU-Gruppe Glauburg schon lange erkannt, dass Schutzmaßnahmen nicht nur zielorientiert, sondern auch kontinuierlich und nachhaltig gestaltet sein müssen: Artenschutz ist Lebensraumschutz.«

Gäste aus der Politik

Die beiden Belobigten überraschten den Naturschutzdezernenten mit einem Buchgeschenk. Vor dem gemütlichen Ausklang des Abends sprachen Bürgermeister Erich Spamer und Stadtverordnetenvorsteher Reiner Marhenke aus Büdingen, der Glauburger Bürgermeister Carsten Krätschmer, Dieter Mackenrodt, Vizepräsident des Landesjagdverbandes Hessen, sowie Doris Jensch, von der NABU-Umweltwerkstatt Wetterau.

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