05. März 2018, 20:23 Uhr

Ausgerechnet ein Mann als Geburtshelfer

05. März 2018, 20:23 Uhr

Selbst die jüngsten »Mini-Bienen« sagen es mit Stolz: »Ich bin eine Landfrau.« 303 Mitglieder zählt der vor 50 Jahren gegründete Echzeller Verein, davon 28 unter 18 Jahren sowie viele bereits in der dritten Generation. Organisiert sind die Landfrauen in elf Gruppen, zu denen mit »Men Power« auch ein Männerteam gehört. »Ihr seid unsere größter Verein im Landfrauenverband Hessen, und wir gratulieren euch herzlich zum runden Geburtstag«, stellte Fabienne Sinick als Vertreterin des Landesvorstandes fest. Wie viele andere Ehrengäste freute sie sich sichtlich, am Samstag in der voll besetzten Horlofftalhalle den festlich-fröhlichen Kommers zur Eröffnung des Jubiläumsjahres zu begehen.

Der Traum vom Landleben

Vorsitzende Gudrun Hergenröther hatte den Abend eröffnet, durch das Programm führte Christiane Gillert. Als Schirmherr des Festjahres unterstrich Bürgermeister Willi Mogk den rasanten Strukturwandel im ländlichen Raum, der letztlich aber zu einer demografischen, kulturellen und sozialen Bereicherung geführt habe. Die Landfrauen hätten diesen Wandel aktiv mitgestaltet und sich in 50 Jahren zum unverzichtbaren Bestandteil der Kommune entwickelt.

Erster Beigeordneter Jan Weckler warf einen Blick in seine eigene von aktiven Landfrauen geprägte Familie – und in die Statistik: »69 Prozent aller Menschen in Hessen wollen am liebsten auf dem Land leben. Ihr Verein trägt für viele dazu bei, diesen Traum zu verwirklichen«, sagte er.

Kirchenvorsteherin Anja Leukel unterstrich die engen Beziehungen der Landfrauen zur evangelischen Kirchengemeinde. Dem pflichtete Pfarrer und Dekan i. R. Heinz Weber bei, der im Lauf seiner launigen Rede auch einen ernsthaften Blick in die beschwerliche Geschichte der Frauenemanzipation warf. Der katholische Pfarrer Wolfgang Kaiser entbot ebenfalls Grüße; für die Landfrauen-Bezirksverbände Nidda und Friedberg sprachen die jeweiligen Vorsitzenden Beatrix Happel und Mechthild Lind.

Für den Vorstand nahm Jugendbeauftragte Anna Maria Klomfaß die Ehrungen der elf noch lebenden Gründungsmitglieder vor. Neben der langjährigen Gründungsvorsitzenden Irma Roos (1968 bis 1997), Mutter der jetzigen Vorsitzenden Gudrun Hergenröther (ab 2006, in der Nachfolge von Ingrid Hintze), erhielten Urkunden und Frühlingspräsente: Ursula Eichelmann, Margot Hinkel, Anneliese König, Gretel Mogk, Margarete Noll, Marlies Preiß, Christel Reitz, Lydia Steffan, Rosemarie Winter und Edith Völbel.

Nachwuchssorgen kennt man nicht

Außerdem wurden Ehrungen für die im Gründungsjahr eingetretenen Mitglieder sowie für 40- und 25-jährige Zugehörigkeit vorgenommen. Einst war es ausgerechnet ein Mann, nämlich Erwin Roos, der Gatte der Gründungsvorsitzenden, der für 51 Frauen einen Busausflug nach Frankfurt und Friedrichsdorf organisiert hatte, den die Gruppe mehr oder minder spontan mit der Vereinsgründung beschloss. Der Weg durch 50 Jahre war sehr erfolgreich, jedoch nicht immer einfach, wie eine »Chronik in Sketchen« verdeutlichte: Nicht alle Vorstandsfrauen waren vor über 30 Jahren begeistert von der Gründung der Mädchen-Faschingsgarde. Vorsitzende Irma Roos besaß die Weitsicht, der Idee der jungen Frauen zu folgen – ein Impuls, der Früchte trägt: Nachwuchssorgen kennt man nicht.

So glänzten am Kommersabend die jüngste Gruppe der »Tanzmäuse« mit einem Tanz nach dem Film »Die Eiskönigin«, ließ der Singkreis unter Monika Lies in sanften Sätzen traditionelle Weisen erklingen, fetzten die »Frechen Bienchen« mit einer Cheerleader-Show über die Bühne, zeigte der seit 1980 bestehende Tanzkreis viel beklatsche Volkstänze. Auch der Musikverein unter Andreas Heil und der Gesangverein Einheit unter Jan Frische verschönten den Abend mit einem breiten, modern geprägten Repertoire – in beiden Vereinen sind auch Landfrauen aktiv. Nach weiteren Grußworten aus Parteien, den benachbarten Landfrauen-Ortsverbänden und den Echzeller Vereinen schloss Hergenröther den kurzweiligen Abend mit den Worten: »Alles Große beginnt damit, dass jemand mehr tut, als er muss.«

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