25. Juli 2017, 18:56 Uhr

Ausflug nach Hadamar ins Naturgartenparadies

25. Juli 2017, 18:56 Uhr
Spannend und informativ ist der Ausflug in das Naturgartenparadies in Hadamar. (pv)

Kürzlich unternahm der Naturheilverein Bad Nauheim-Bad Vilbel einen Ausflug zu der Naturgartenplanerin Susanne Piwecki in Hadamar, die der Besuchergruppe zwei Stunden lang kurzweilig und informativ erläuterte, wie in zehn Jahren aus einem fast kahlen Grundstück ein Paradies für Pflanzen, Vögel und Insekten wurde.

Es summte, brummte, zwitscherte und flatterte überall. Man konnte auch Kröten und einige inzwischen schon seltene Insekten sehen. Im neu angelegten Teich befanden sich Sonnen-, Rückzugs- und Überwinterungsräume für Lurche. Ein Frosch hatte den Pfuhl bereits entdeckt und lugte neugierig zwischen den Pflanzen hervor. Über 400 verschiedene Wildpflanzenarten haben im Naturgarten ihren Platz gefunden und ernähren unter anderem über 30 Vogelarten, die gefährdete Wechselkröte und Gelbbauchunke.

An Sonnentagen kann man zurzeit eine Wollbienenfamilie beobachten. Heimische Wildstauden und -gehölze, Wildrosen, Ramblerrosen, Wildobst, Beerensträucher, Kletterpflanzen und verschiedene natürliche Lebensräume wie Wald- und Sumpfbereich, Kalkschotterhügel, dichte Heckenbereiche, alte Hochstammobstbäume, Reisighaufen aus Totholz, Benjeshecken und Nutzgartenbereich mit Permakulturelementen wie Hoch- und Hügelbeet haben ihren Platz in diesem Paradies. Auch bei langen Trockenperioden muss nicht bewässert werden (Ausnahme: Nutzgarten). Das einzige Düngeelement sind für den Nutzgarten die Hinterlassenschaften der aus nicht artgerechter Haltung befreiten Kaninchen.

Kreativität zeigt sich auch in gestalteten Steinen, künstlerisch angelegten Wegen und in Szene gesetzten Sitzgelegenheiten, Tischen usw. Frau Piwecki war begeistert von den Fragen der Gäste, die von Fachkenntnis und Bewusstsein für die Verantwortung für die Natur zeugten.

Herr Weber zeigte das 1639 erbaute Rathaus – ein sehr sehenswertes Fachwerkgebäude, weitere gepflegte Fachwerkhäuser, das Jesuiteninternat, die erhaltene Synagoge, die nassauische Residenz Schloss Hadamar, in der heute das Museum ist und die wunderschön restaurierte gotische Liebfrauenkirche.

Im Bus auf der Rückfahrt gab es noch einen regen Austausch über das Erlebte. Alle fanden, dass es ein rundherum gelungener Ausflug war. Mit Sicherheit werden einige sich überlegen, ob sie künftig Blätter oder andere Gartenabfälle über die braune Tonne entsorgen. In Frau Piweckis Garten verlässt kein Naturmaterial das Gelände. Alles wird verwendet und zu stark ausgebreitete Wildpflanzen werden »getopft« und anderen Naturgartenliebhabern zur Verfügung gestellt.

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