09. Juli 2018, 20:02 Uhr

Ausdruck unüberwindlichen Leids

09. Juli 2018, 20:02 Uhr
Die Musiker begeistern die Besucher der Kammerkonzertreihe. (Foto: pv)

In der Kammerkonzertreihe, die der Fachdienst Kultur und Sport zusammen mit dem Kulturforum veranstaltet, musizierten anstelle des durch Erkrankung eines Ensemblemitglieds verhinderten Klaviertrios Lunaire die Musiker des Trios Monte Piano. Die Fülle des Klangs der Instrumente und die Sicherheit des Zusammenspiels, die Irina Botan (Klavier), Francesco Sica (Violine) und Claude Frochaux (Violoncello) bei ihrer Interpretation »Romantischer Klaviertrios« bewiesen, ließ die vom Anfang bis zum Ende des Konzerts begeistert zuhörenden Besucher nicht auf den Gedanken kommen, dass es sich bei diesem jungen Ensemble um einen »Ersatz« handeln könne.

Hohe Anforderungen

Zur Einstimmung auf romantische Klänge wählte das Trio das »Andante con moto«, mit dem Edvard Grieg 1878 seine musikalischen Studienjahre am Leipziger Konservatrorium beendete. Das Stück wird durch ein einziges Thema bestimmt. Grieg wertet dieses Motiv variantenreich aus, indem er es abwechselnd von Violine, Cello und Klavier zitieren lässt, wobei es die jeweils begleitenden Stimmen rhythmisch untermalen, so dass dieses einfache Thema bald von Violine oder Cello in der Art eines melancholischen Gesangs, bald vom Flügel beherzt und nahezu konzertant gestaltet wird. In Bedrich Smetanas Klaviertrio g-moll von 1855 findet der Schmerz des Komponisten um sein gerade verstorbenes Töchterlein bewegenden Ausdruck. So versetzen im einleitenden Moderato die Instrumente durch wechselnde Auf- und Abstiege in extreme Lagen in Unruhe.

Der mittlere Allegro-Satz vertieft Unruhe und Schmerz durch den Kontrast zwischen scheinbar munteren, fast spielerischen Läufen zu Anfang und einer unvermittelt einbrechenden Trauermusik, beherrscht von tiefen, wuchtigen Akkorden des Flügels, Ausdruck unüberwindlichen Leids. Das Finale Presto setzt gehetzt jagend ein, ein Zug, der sich in diesem Satz mehrfach wiederholt, teilweise zum Fortissimo gesteigert. Desto deutlicher heben sich davon die ruhigen, leise anklingenden Stimmen von Violine und Cello ab.

Das Klaviertrio in f-Moll von Antonin Dvorák kündigte Claude Frochaux in seiner Einführung als das komplexeste unter den Trios dieses Komponisten an. Der Hinweis erwies sich alsbald als berechtigt, denn dieses Werk stellt mit der Fülle seiner schnell wechselnden Themen und Motive hohe Anforderungen an seine Hörer. Im folgenden Allegretto klingen die bei Dvorák beliebten Volksmusikklänge an, und der schrittartige Rhythmus verstärkt sich. Mit einer beruhigenden Zugabe wurden die Zuhörer verabschiedet.

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